Nach dem TV-Duell
SPD wittert Morgenluft nach TV-Duell

Einen Tag nach dem Fernsehduell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) versucht die Union, mit einem Kurswechsel die Mehrheit für ein schwarz-gelbes Bündnis zu sichern. Und die SPD wittert Morgenluft.

BERLIN. In den verbleibenden Tagen bis zur Bundestagswahl will die Union deutlich herausstellen, warum einzig eine Regierung mit der FDP Garant für stabile Verhältnisse in Deutschland ist - und warum eine Fortsetzung der Großen Koalition für sie nicht in Frage kommt.

"Die SPD wird vom ersten Tag an überlegen, wie sie die große Koalition verlassen kann, wie sie in ein Bündnis mit den Grünen und der Linkspartei kommt", sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. "Wer glaubt, dass eine große Koalition weitere vier Jahre hält, der irrt sich."

Diese klaren Worte, die so im Skript des Merkel-Wahlkampfes eigentlich nicht vorgesehen waren, zeigen, dass die CDU im Endspurt nervös wird. Merkel wollte SPD-Wähler umgarnen und ins Lager der Union ziehen, statt sie mit klaren Ansagen zu verprellen. Jetzt wackelt die Mehrheit für Schwarz-Gelb, jetzt finden Merkel und ihr General deutliche Worte gegen Rot-Rot-Grün.

Bei der Sitzung des Präsidiumssitzung wurde das TV-Duell kaum thematisiert. "Wenn der Auftritt gut gewesen wäre, hätten wir mehr darüber gesprochen", sagte ein Präsidiumsmitglied.

Dafür wurde der Blick auf die verbleibenden Tage bis zur Bundestagswahl gerichtet. Hessens Regierungschef Roland Koch und Norbert Röttgen, der parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, rieten in der Sitzung, die Akzente im Wahlkampf zu verschieben. Die Aussage, nur Schwarz-Gelb sorge für stabile Verhältnisse, verfange nicht. Die Menschen hielten gerade die Große Koalition für den Hort der Stabilität - eine Ansicht, in der sie das TV-Duell eher bestätigt haben dürfte. In den verbleibenden Tagen will die CDU den symbolischen Bruch mit der SPD als Beleg für das Ende der Großen Koalition forcieren. "Wenn die Dienstwagenaffäre Ulla Schmidts jetzt wäre, würden wir sie aus der Regierung schmeißen", heißt es in der Parteispitze.

Die SPD-Zentrale dagegen hatte bereits in der Nacht zu Montag Flugblätter erstellt. Am Morgen wurden sie verteilt. "Frank-Walter Steinmeier gewinnt das TV-Duell", stand darauf. Merkel sei ausgewichen. Die zweite, fast wichtigere Botschaft lautet gefettet: Steinmeier konnte bei den Unentschiedenen punkten. Um diese Wähler geht es der SPD jetzt. Sie sind es, die die Partei aus dem Umfragetief ziehen können.

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