Nach dem Volksentscheid
Streit um Flughafen Tempelhof hält an

Nach dem Scheitern des Berliner Volksentscheids für die Offenhaltung des Flughafens Tempelhof hält der politische Streit um den innerstädtischen Flughafen an. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat am Montag die Befürworter eines Weiterbetriebs aufgerufen, ihre Niederlage anzuerkennen. Die aber machen weiter mobil.

HB BERLIN. Die Initiatoren des Volksentscheids und die oppositionelle CDU mahnten, der Senat dürfe die über eine halbe Million Ja-Stimmen für Tempelhof nicht ignorieren. Bei der Abstimmung am Sonntag votierten nach dem vorläufigen Ergebnis 21,7 Prozent der Stimmberechtigen für den Weiterbetrieb des Flughafens. Für den Erfolg des Volksbegehrens wäre aber ein Ja von mindestens 25 Prozent sowie die Mehrheit der abgegebenen Stimmen nötig gewesen.

Die Wahlbeteiligung lag bei 36,1 Prozent, von denen sich 60,2 Prozent für den weiteren Flugbetrieb in Tempelhof aussprachen. Allerdings wurde bei der Abstimmung die Spaltung der Hauptstadt in dieser Frage deutlich. Während in den westlichen Bezirken die Befürworter des historisch bedeutsamen Flughafens klar in der Mehrheit waren, sprachen sich die Wähler im ehemaligen Ostberlin dagegen aus.

Die größte Zustimmung gab es mit 77 Prozent im West-Bezirk Reinickendorf, in dem der zweite Berliner Stadt-Flughafen Tegel liegt. Auch dieser soll geschlossen werden, wenn der neue Großflughafen BBI in Betrieb geht.

Wer davon rede, dass eine Mehrheit der Berliner für die Offenhaltung gestimmt habe, verdrehe Tatsachen, sagte Wowereit. Wowereit stellte noch einmal heraus, dass es wegen der höchstrichterlichen Urteile keine Alternative zur Schließung der Flughäfen Tempelhof und Tegel gebe. Tempelhof solle wie geplant Ende Oktober geschlossen werden, da sonst der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld gefährdet sei.

Die Befürworter eines Weiterbetriebs erkannten ihre Niederlage zwar an, sprachen aber dennoch von einem Erfolg. „Wir finden, dass der Regierende Bürgermeister auch angesichts der enormen Spaltung zwischen Ost- und West-Wahlergebnissen gut daran täte, jetzt diese 530 000 (Ja-)Stimmen nicht zu ignorieren sondern nach einem Kompromiss zu suchen“, sagte der Berliner CDU-Fraktionschef Friedbert Pflüger.

Er forderte erneut, Tempelhof bis zur Eröffnung des Großflughafens BBI offen zu halten. Die CDU unterstützt genau wie die FDP den Weiterbetrieb von Tempelhof. SPD, Linke und Grüne lehnen ihn ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%