Nach den Attacken von Heidenau
„Das ist Pack“

Erst Freital, jetzt Heidenau. Das Flüchtlingsheim in der sächsischen Kleinstadt ist Ziel rechtsradikaler Attacken. Vizekanzler Sigmar Gabriel besucht den Ort und spricht Wahrheiten aus, die manchen nicht gefallen.
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HeidenauEin ganz normales Städtchen in der Nähe von Dresden. Kleine Häuschen mit gepflegten Vorgärten und Orchideen in den Fenstern. Keine besondere Industrie, keine Weltmarktführer – eigentlich hätte es für Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nie einen Grund gegeben, nach Heidenau zu kommen. Er kommt, weil er sich sorgt, er komme für die gesamte Bundesregierung, sagt er.

Vor dem Flüchtlingsheim am Rand der 16.500-Einwohner-Stadt haben sich schon 15 Bürger und doppelt so viele Journalisten versammelt, die vom Besuch des Vizekanzlers erfahren hatten. Die Krawalle vom Wochenende sind nur ein paar Stunden her. Das Heim ist mit Bauzäunen und Plastikplanen abgetrennt. Mitarbeiter des Wachdienstes Securitas bewachen die Eingänge.

Nachdem Gabriel aus seiner schwarzen Limousine gestiegen ist, geht er direkt auf eine kleine Gruppe Bürger zu und spricht mit ihnen. Dazwischen schreit einer der Anwohner, ein hagerer Mann im Rentenalter: „Man sollte mal sagen, dass wir nicht immer die Teresa sind.“

Im Heim spricht Gabriel mit den Flüchtlingen, schaut sich alles an. Vor der Tür zeigen sich die Bürger besorgt: „Es könnte sein, dass die sich an die jungen Mädchen ranmachen, da ist ja ein Gymnasium in der Nähe“, sagt eine Frau um die 50 mit rot gefärbten Haaren, die ihren Namen nicht nennen will. „Die“ – damit meint sie die Asylbewerber, die schon da sind. Rund 70 sind es bereits, am Ende sollen in Heidenau 700 untergebracht werden.

Gabriel kommt von einem Gespräch mit Jürgen Opitz, dem Bürgermeister der Stadt. „Wo genau ist es passiert“, wollte der Wirtschaftsminister wissen. Opitz zeigte es ihm auf dem Stadtplan in seinem kleinen Büro mit dem funktionalen abriebfestem Industrieteppich und den beige gestrichenen Wänden. Danach sprachen die beiden über die Vorkommnisse.

Der Aufstand sei „nicht überraschend“ gewesen, gibt Opitz zu. Nur ein paar Kilometer weiter liegt Freital, auch dort hatte es schon ausländerfeindliche Unruhen gegeben. „Heidenau war als Aktionsplatz dran.“

Opitz freut sich, dass Gabriel kommt. Er will zeigen, dass es nicht nur Rechtsradikale, sondern auch „liebenswürdige Menschen“ in Heidenau gibt. Auch einen Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet er. „Ich hoffe, dass ich spätestens morgen oder übermorgen Frau Merkel begrüßen kann.“

Kommentare zu " Nach den Attacken von Heidenau : „Das ist Pack“"

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  • Oh, oh, oh....
    Herr Gabriel passt sich in seiner Ausdrucksweise seinem neuen Kumpel, Kleinhirnhase Schwaiger, an.

    Das ist ein Tonfall, den kennt man / kannte man aus DDR-Zeiten oder einem noch schlimmeren Regime davor.

    Sind wir schon wieder so weit, dass man die Leute als "Pack" bezeichnet.

    Fehlt nur noch "Pack, ab ins ....G.."

  • Eine Zuwanderung erfordert Regeln. Aber es wird so werden, dass wir Deutschen uns diesen Zuwandere, zum größten Teil Moslems, anpasen müssen.
    Denn unsre Politik rutscht vor dem Islam auf dem Bauch.
    Und wenn ich in der Presse oft Bilder sehe, dann sehe ich nur gut genährte junge Männer, von ach so traumatisieren Menschen kann man da wohl nicht reden
    In Mazedonien haben solche "Flüchtlinge" Essenspakete vom Roten Kreuz wütend abgelehn, das sei nicht hal lal. Sie wußten nicht mal was drin war.
    90% dieser Leute sind keine Flüchtlinge, das muß unsere Politik endlich begreifen und handeln

  • Vielleicht kann mir mal jemand, der seine eigenen Wähler als "Pack" beschimpft, sagen, wie lange die Grenzen noch so völlig offen und ungeschützt bleiben sollen. Was ist hier vorgesehen? Wieviele sollen noch reingelassen werden? 10 Millionen? 20? Oder 50? Warum setzt man nicht endlich das Schengen-Abkommen außer Kraft und führt wieder Grenzkontrollen durch? Während des G7-Gipfels hat man das doch auch für nötig befunden, um diese wertvollen Menschen in Ellmau zu schützen (mit dem Erfolg Hunderter von Festnahmen etc.) Ca. 90% der "Flüchtlinge" sind eigentlich keine "Flüchtlinge", sondern Armutsmigranten. Warum läßt man die trotzdem einfach völlig ungehindert und unkontrolliert einreisen? Wenn demnächst überall Suhl ist, sollten Sie sich darauf einstellen, daß auch überall Freital, Heidenau und Nauen sein wird!

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