Nach den Landtagswahlen
Vogel rückt von Ziehsohn Althaus ab

Thüringen, einen Tag nach dem überraschenden Comeback des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Dieter Althaus: Die CDU versucht den Eindruck zu vermitteln, dass alles in Ordnung sei. in das Hickhack hat sich nun auch der ehemalige Ministerpräsident Vogel eingeschaltet - mit deutlichen Worten. Die linken Parteien versuchen derweil, zum Schulterschluss anzusetzen.

HB ERFURT. Die Thüringer CDU-Fraktion hat nach ihrer ersten regulären Sitzung am Mittwoch Geschlossenheit demonstriert. Das Treffen sei harmonisch verlaufen, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Birgit Diezel. Der geschäftsführende Ministerpräsident Dieter Althaus, der sein Landtagsmandat annimmt, habe dem Gremium die Motive für seinen Rücktritt und die Wiederaufnahme der Amtsgeschäfte erläutert. Damit seien alle Irritationen ausgeräumt worden. Die Fraktion sandte gleichzeitig ein deutliches Signal an Althaus. Es werde erwartet, dass er seine Amtsgeschäfte mit der gebotenen Zurückhaltung ausübe.

Der designierte Fraktionschef Mike Mohring räumte ein, dass die vergangenen Tage dem Ansehen der CDU geschadet haben. "So eine Woche sollten wir nicht allzu häufig wiederholen." Jetzt gelte es, nach vorne zu blicken und die Verhandlungen mit der SPD über eine schwarz- rote Koalition voranzutreiben. Das zweite Sondierungsgespräch ist an diesem Donnerstag in Weimar geplant.

Mit der Rückkehr von Althaus in die Staatskanzlei seien alle Personalfragen geklärt, sagte Diezel. Althaus übernehme pflichtgemäß die Amtsgeschäfte bis zur Bildung einer neuen Regierung. Die Verhandlungsführung mit der SPD liege in ihren Händen, als Kandidatin für das Ministerpräsidentenamt stehe Sozialministerin Christine Lieberknecht bereit. Mohring werde in der kommenden Woche die Führung der Fraktion übernehmen.

Am Rande der Sitzung äußerten mehrere Abgeordnete die Erwartung, dass Althaus sein Amt dezent führen soll. Er habe sich in den vergangenen Jahren große Verdienste erworben. Deshalb trage die Partei sein aktuelles Verhalten mit, um ihm die Möglichkeit zu geben, sein Gesicht zu wahren. Mit seinem überraschenden, kommentarlosen Rücktritt und seiner ebenso überraschenden Rückkehr habe er viele Parteifreunde enttäuscht und auch düpiert.

Thüringens ehemaliger Ministerpräsident Bernhard Vogel, rückte derweil von seinem Ziehsohn Althaus ab. Vogel kritisierte, dass Althaus bei seiner Rücktrittserklärung nicht hinzugefügt habe, dass er geschäftsführend im Amt bleibe. Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" attestierte Vogel der Sozialministerin Christine Lieberknecht die Eignung für das Amt des Ministerpräsidenten.

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