Nach den Protesten
Stuttgart-21-Polizist wegen Körperverletzung angezeigt

Nach dem umstrittenen Polizeieinsatz gegen Stuttgart-21-Gegner in der vergangenen Woche wird nun gegen einen Beamten wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt. Die Demonstranten erheben weiterhin schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Die Gewalt sei ausschließlich von den Beamten ausgegangen.
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HB STUTTGART. Nach dem massiven Polizeieinsatz bei einer Demonstration gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 vor gut einer Woche wird gegen einen Beamten wegen Körperverletzung ermittelt.

Videobilder hätten gezeigt, dass sein Verhalten am Donnerstag vergangener Woche nicht angemessen gewesen sein könnte, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Mann werde bis zur endgültigen Klärung interne Aufgaben wahrnehmen. Bei dem Einsatz waren hunderte Demonstranten durch Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray verletzt worden.

FDP-Landeschefin Birgit Homburger forderte zudem, das Vorgehen der Beamten detailliert zu untersuchen: "Es ist unser Anliegen, dass dieser Einsatz aufgearbeitet wird und analysiert wird, wo gegebenenfalls Fehler gemacht wurden. Diese Fehler müssten dann in Zukunft abgestellt werden."

Unterdessen zeigte die "Jugendoffensive gegen S 21" bisher nicht veröffentlichte Videoaufnahmen, um den Vorwurf der Provokation von Polizisten bei der Räumung des Schlossgartens für Bauarbeiten zu entkräften. Die Polizei sei von Anfang an mit einem massiven Aufgebot erschienen, obwohl mit keinerlei Gewalt seitens der Demonstranten zu rechnen gewesen sei, sagte ein Sprecher der Offensive. "Wir halten fest, dass die Gewalt ausschließlich von der Polizei ausgegangen ist." In den Videos sind Polizisten zu sehen, die teilweise aus nächster Nähe mit Pfeffersprays und Wasserwerfern auf demonstrierende Jugendliche zielen.

Kommentare zu " Nach den Protesten: Stuttgart-21-Polizist wegen Körperverletzung angezeigt"

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  • Das ganze Prozedere wird wie in Duisburg im Sande verlaufen. Darauf können wir einen lassen!

  • Schande
    Der gestörte Wasserwerferkommandant hat sogar punktgenau einen einzelnen Rollstuhlfahrer anvisiert.

    Stuttgart 21 - 30.09.2010 13 Uhr 9 - Wasserwerfer bearbeitet behinderten ROLLSTUHLFAHRER
    http://www.youtube.com/watch?v=yuxmxt4TbAU#t=3m55

    Von daher kann man ausschließen, dass die jemanden nur "unabsichtlich" treffen.
    Zum Schämen! Abgesehen davon gibt es auch für den wasserwerfenden Staat Rechtsvorschriften, die einzuhalten sind.

    Wie weit die Polizei gehen darf
    http://www.lto.de/de/html/nachrichten/1626/Wie-weit-die-Polizei-gehen-darf/

  • Untersuchungsausschuss?

    Das bild von dem Rentner der durch einen direkten Schuß aus dem Wasserwerfer wahrscheinlich sein Augenlicht verlieren wird haben wahrscheinlich viele Leser gesehen. Dieser Mann sieht nicht aus wie ein vermummter Autonomer der Steine wirft. Er sieht eher aus wie ein bürger der vielleicht seit vielen Jahren die Partei von Hr. Mappus gewählt hat.
    Es wundert mich warum die Opposition keinen Untersuchungsausschuss fordert. Es ist doch ein politischer Skandal wenn die Polizei einem Demonstranten das Augenlicht ausbläst. Wer hat den befehl zu diesem brutalen Vorgehen gegeben? Wer?
    Sollten die Demonstranten durch Polizei-brutalität von der Wahrnehmung ihrer bürgerrechte in Zukunft abgehalten werden?

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