Nach den Terrorangriffen

Zweifel an der Schlagfähigkeit der Polizei

Die Terroranschläge von Paris lenken den Blick auf den Zustand der deutschen Polizei. Wären die Beamten für eine solche Attacke gewappnet? Polizeigewerkschafter sagen Nein und fordern eine Aufrüstung.
Spezialkräfte nahmen heute mehrere Verdächtige fest. Sie haben womöglich mit den Terroranschlägen in Paris zu tun. Quelle: dpa
Polizeieinsatz in Alsdorf

Spezialkräfte nahmen heute mehrere Verdächtige fest. Sie haben womöglich mit den Terroranschlägen in Paris zu tun.

(Foto: dpa)

BerlinDie deutsche Polizei ist aus Sicht der Gewerkschaften nicht ausreichend für den Kampf gegen Terroristen gerüstet. Polizeigewerkschafter mahnten, auf Attacken wie in Paris seien die Beamten in Deutschland denkbar schlecht vorbereitet. Außerdem habe die Polizei schon vor Paris ihre Belastungsgrenze erreicht.

Die Gewerkschafter forderten mehr Personal, eine robustere Ausstattung und Spezial-Trainings. Unions-Politiker schlugen vor, zur Unterstützung der Polizei auch die Bundeswehr zur Überwachung der deutschen Grenzen einzusetzen. Aus der SPD kam dagegen der Ruf nach Besonnenheit.

Bund und Länder haben in den vergangenen 15 Jahren rund 16.000 Stellen bei der Polizei abgebaut. Gewerkschafter beklagen seit langem eine Überforderung der Beamten. In den vergangenen Monaten nahm die Belastung der Bundespolizei durch den enormen Flüchtlingsandrang und die wiedereingeführten Grenzkontrollen noch einmal deutlich zu.

Der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, beklagte, die deutsche Polizei sei schon vor dem Terror von Paris an ihrer Belastungsgrenze angekommen. Er forderte eine bessere Ausstattung der Beamten mit robusteren Schutzwesten und Langwaffen.

Paris zeige, dass sich die Polizei „auf einen völlig neuen Gegner einstellen“ müsse, sagte Radek dem Fernsehsender n-tv. Nötig seien außerdem Zentren, „in denen wir solche Amoklagen trainieren können. Die normalen Schießstände reichen dafür nicht aus.“

Auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, beklagte am Montagabend im ZDF mit Blick auf Paris: „Auf eine direkte Konfrontation mit so schwer bewaffneten und auch kriegserfahrenen Attentätern sind wir denkbar schlecht vorbereitet.“ Die Bereitschaftspolizei des Bundes brauche deshalb eine „robuste Bewaffnung und Ausstattung und auch ein robustes Training“.

Die Länder können durchaus noch mehr tun für ihre Polizei“
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