Nach der Affäre
Boetticher verabschiedet sich aus der Politik

Der frühere Chef der Nord-CDU hat die Nase voll von der Politik. Nach seiner Affäre mit einem 16-jährigen Mädchen musste er bereits die Parteiämter räumen. Nun will er nach der Wahl auch sein Abgeordnetenmandat aufgeben.
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DüsseldorfDer frühere CDU-Spitzenkandidat in Schleswig-Holstein, Christian von Boetticher, will sich offenbar aus der Politik zurückziehen. Wie Spiegel Online meldet, tritt der einstige Hoffnungsträger der Nord-CDU bei der Landtagswahl im Mai 2012 nicht mehr an. Dies habe er der CDU-Spitze in seinem Wahlkreis Pinneberg mitgeteilt.

Boetticher war wegen einer Affäre mit einem 16-jährigen Mädchen in die Schlagzeilen geraten und musste seine Posten als Fraktions- und Landesvorsitzender aufgeben. Erst am Dienstag kehrte er nach einmonatiger Auszeit in den Kieler Landtag zurück und nahm an der CDU-Fraktionssitzung teil. Seine Kollegen begrüßten ihn per Handschlag und mit Umarmungen. „Sie sehen, ich bin wieder da“, hatte Boetticher vor den Kameraleuten und Journalisten gesagt. Das Comeback ist nun aber nur von kurzer Dauer. Boetticher wird sein Mandat als direkt gewählter Abgeordneter nur noch bis Ende der Wahlperiode wahrnehmen.

Lediglich um das Amt des Kreisvorsitzenden im CDU-Kreisverband Pinneberg wolle er sich erneut bewerben, schreibt Spiegel Online.

Seine berufliche Zukunft sieht der Jurist Boetticher nun in der freien Wirtschaft. Diese Entscheidung sei gefallen, obwohl er in seinem Wahlkreis eine breite Unterstützung für eine neue Kandidatur erfahren habe. "Die Zustimmung lag bestimmt bei 90 Prozent", erklärte Boetticher.

Auch in der Landtagsfraktion sei er freundlich aufgenommen worden. "Manchmal ist es aber ganz gut, wenn man geschubst wird, damit man die Chance erkennt, etwas anderes mit seinem Leben anzufangen. Ich bin jetzt in den Vierzigern, wenn nicht jetzt, wann dann?", sagte Boetticher.

Was er genau machen werde, sei noch nicht entschieden. Die Tendenz gehe dahin, in Deutschland zu bleiben, allerdings in einer Großstadt außerhalb Schleswig-Holsteins zu arbeiten.


Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

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