Nach der Entlassung
Sarrazin-Opfer Bundesbank

Etliche Ökonomen befürchten, dass die Affäre um Thilo Sarrazin dem internationalen Image der Bundesbank geschadet hat. Besonders die Kritik an der Auswahl der Vorstände wird lauter. Unklar bleibt, ob die Affäre auch Bundesbank-Chefs Axel Weber schaden könnte.
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FRANKFURT. Die ehrwürdige Institution Deutsche Bundesbank durchlebt schwere Tage. Die Affäre um die fremdenfeindlichen Äußerungen ihres Noch-Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin unterminiert ihre Glaubwürdigkeit. Gestern bewies Vorstandschef Axel Weber Tatkraft und bat den Bundespräsidenten Christian Wulff nach einer Welle öffentlicher Empörung um die Abberufung Sarrazins.

Nur wenige Ökonomen und Banker im In- und Ausland äußerten sich bisher öffentlich zu der Affäre, doch die, die sprechen, sehen Kratzer am Image der Bundesbank. Vor allem im Ausland stößt das Verfahren zur Auswahl der Vorstände auf Unverständnis. Uneins sind die Experten darüber, wie stark Webers Aussichten auf den Chefsessel der Europäischen Zentralbank (EZB) gelitten haben.

"In Großbritannien staunen wir immer über den großen Einfluss, den die deutsche Politik bei der Besetzung von Vorstandsposten der Bundesbank hat", sagte Howard Davies, der Direktor der London School of Economics, dem Handelsblatt. Das englische System, bei dem nur Top-Volkswirte und Experten für Geld- und Finanzfragen ohne Parteibindung für die Führung der Notenbank rekrutiert werden, sei klar überlegen. "Solch ein System ist das bessere, wie die Kontroverse in Deutschland zeigt", fügte Davies hinzu, der selbst einmal Vizechef der Bank of England war.

Auch ein Londoner Fondsmanager sieht die Affäre Sarrazin als "Folge der alten Struktur der Bundesbank, bei der Posten noch immer nach politischen Erwägungen und Parteienproporz vergeben werden". Das System sei völlig unzeitgemäß und habe mit Ernst Welteke schon einmal einen schwachen Bundesbankchef hervorgebracht.

Bundesregierung und Bundesländer teilen sich das Vorschlagsrecht für freiwerdende Vorstandsposten bei der Bundesbank. Unter den Bundesländern wiederum rotiert das Vorschlagsrecht. Der ehemaliger Berliner Finanzsenator Sarrazin war Anfang 2009 von den Ländern Berlin und Brandenburg nominiert worden.

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Kommentare zu " Nach der Entlassung: Sarrazin-Opfer Bundesbank"

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  • Endlich jemand der sagt was schon längst gesagt werden muss.Auch die Umfragewerte zeigen eine deutliche Meinung des deutschen Volkes.Spätestens bei der nächsten bundestagswahl wird die Schein-
    heiligkeit und Verlogenheit derjenigen abgestraft
    die Verantwortung dafür tragen,daß der bürger im eigenen Land immer mehr zurückgedrängt wird und immer mehr fremde Kulturen entstehen -auf Kosten des deutschen Volkes.

  • dieser alte superarrogante Knacki fordert die Republik mit samt ihren bewohnern heraus.
    ihm kann wohl nicht passieren. Er ist 65 jahre alt.
    Seine Sucht nach Ruhm ist schon erreicht, das Geld von der bundesbank und von seinem bestseller auch schon gesichert. Also, bitte schön!
    Schaun mer mal.

  • Es ist zum Haare raufen.
    Da werden talksshows en masse ausgestrahlt, Artikel in Mengen geschrieben, die einem arbeitenden Leser keine Minute Freizeit liese, würde er sich alle lesen und allem gemein ist die Tatsache, dass überall, ausschließlich über die Wortwahl über die durchaus existierenden genetischen Eigenschaften verschiedener Völker und Rassen, diskutiert wird.

    Ein Schwarzer ist ein Schwarzer und ein baske ist ein baske.......

    Das Thema selbst bleibt auf der Strecke. Genau so wie es die letzten 50 Jahre auf der Strecke geblieben ist.

    Wieviele Parlamente und Regierungen hat es gegeben, seit 1960 die ersten "Gastarbeiter" zugewandert sind, nach einer "rektalen Untersuchung" wie uns die unverschämt großmäulige türkische Moderatorin bei Plasberg*s "hart aber fair" Glauben machen wollte.

    Zu Herrn Friedmann sage ich meine Meinung lieber erst gar nicht.

    Also, wo sind die Politiker dieser Parlamente und Regierungen jetzt, alle unter dem Teppich, denn tief genug ducken und duckten sie sich ja tradionelle immer schon vor diesem Thema.
    Deshalb hat das Thema als solches dem Herrn Sarazzin ja erst den boden bereitet ein solches buch zu schreiben.

    Die überwältigende Mehrheit des Volkes scheint ja den Umfragen nach offen auf seiner Seite zu stehen.
    Nur - unser politisches und wirtschaftliches Establishment, die uns ja vertreten (sollten) scheinen in der Tat der Wirklichkeit schon so weit entrückt, dass sie demonstrativ davon Abstand nehmen von dieser Tatsache Kenntnis zu nehmen.

    ich bin gespannt wie das bei der nächsten Wahl zurückkommt.

    ich hoffe nicht mit einem Ruck nach rechts, obwohl ich es befürchte.

    Die "betroffenen" des buches, sollten sich mal erst an die Nase fassen und in sich gehen. Dann sollten sie sich entscheiden ob sie in dem Land der "Schweinefresser" - die sie ja nachweislich ablehenen und verachten- wohnen und leben wollen.

    Wenn ja, dann aber um sich hier zu integrieren und nicht vornehmlich nur um dessen Annehmlichkeiten zu geniessen.

    Deutschland ist nun mal komfortabler als Anatolien, Palästina oder Zimbabwe, nicht wahr.

    So lange die sozialen Wohltaten durch unser politischen Gutmenschen und Mulit-kulit-Roths mit der Giesskanne nach der Anzahl des Nachwuchses bzw. Familienzusammenführung verteilt wird, hat ein Migrant wenig Grund sich in der Früh aus dem bett zu quälen und auf Maloche zu gehen.

    Auch wenn es durchaus bei den Migranten auch gegenteilige beispiele gibt, vor denen ich den gleichen Respekt habe, wie von jedem deutschen Akademiker der sich aus Arbeiterverhältnissen nach ober studiert und gearbeitet hat.

    Deutschland erwache und sei wachsam - mehr noch über unsere Politiker als den Migranten.

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