Nach der Entscheidung in Berlin
Staatsministerin plädiert für Deutschpflicht in Schulen

Die Staatsministerin für Integration im Bundeskanzleramt, Maria Böhmer (CDU), hat sich für eine Deutschpflicht auf Schuldhöfen ausgesprochen.

HB BERLIN. Sie wünsche sich, dass Schulen mit einer ähnlichen Situation dem Beispiel der Berliner Realschule folgten. Eltern, Schüler und Lehrer haben dort einer Hausordnung zugestimmt, wonach auf dem Schulgelände ausnahmslos Deutsch gesprochen werden soll. 90 Prozent der Schüler sind Ausländer.

Kindern müssten „alle Chancen“ zur Teilhabe an der Gesellschaft gegeben werden, sagte Böhmer dem Deutschlandfunk. „Das bedeutet, dass sie die deutsche Sprache wirklich gut beherrschen sollten“. Dazu reiche der Deutschunterricht allein nicht aus. Böhmer bekräftigte, eine Deutschpflicht auf Schulhöfen, sei „sehr bedenkenswert“. Sie kündigte an, die betreffende Berliner Schule besuchen zu wollen, um mit Schülern und Lehrern über deren Erfahrungen zu sprechen.

Die deutschen Städte mit hohem Ausländeranteil wollen dem Vorstoß der Schule bislang nicht folgen. Stuttgart, Köln, Hamburg, München und Dortmund halten eine Sprachverordnung für überzogen, ergab eine dpa-Umfrage. Auch die Stadt Frankfurt am Main will keine Deutsch- Pflicht aussprechen.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast sprach sich ebenfalls gegen eine Deutschpflicht aus. „Die Antwort liegt nicht auf einem Schild auf dem Schulhof. Eher in den Kindergärten: Allein die tägliche Viertelstunde Zweiergespräch zwischen Erziehern und Kind bewirkt riesige Fortschritte“, sagte sie in der RBB-Sendung „Im Palais“ (Donnerstag).

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