Nach der Streikniederlage
Düvel denkt über persönliche Konsequenzen nach

Der für Ostdeutschland zuständige IG-Metall-Bezirksleiter Hasso Düvel erwägt nach den gescheiterten Streiks für eine Einführung der 35-Stunden-Woche persönliche Konsequenzen.

Reuters BERLIN. „Mir ist klar, dass ich über Konsequenzen nachdenken muss“, sagte Düvel der „Sächsischen Zeitung“ vom Dienstag. „Ich stehe zu meiner Verantwortung und werde meine Fehler analysieren.“ Düvel verwies auf die Vorstandssitzung der Gewerkschaft in einer Woche. „Dann werden wir sehen.“ Fest stehe aber, dass die IG Metall nach der Niederlage im Kampf für die 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie längere Zeit Probleme haben werde. Man habe nicht erkannt, dass sich die Stimmung im Land im Verlauf der vierwöchigen Streiks gegen die Gewerkschaft gerichtet habe. Nach dem gescheiterten Arbeitskampf war in der Gewerkschaft vor allem der Widerstand gegen den designierten Vorsitzenden Jürgen Peters gewachsen.

Vorstandsmitglieder und Gewerkschafter aus Autokonzernen hatten an Peters appelliert, auf eine Kandidatur für den IG-Metall-Vorsitz zu verzichten. Stattdessen solle dessen Widersacher Berthold Huber aus Baden-Württemberg im Oktober für den scheidenden Klaus Zwickel an die Spitze der Gewerkschaft rücken. Als weitere Alternative zu Peters gilt neben Huber in IG-Metall-Kreisen der Hamburger Bezirksleiter Frank Teichmüller. Peters selbst hatte nach einer Krisensitzung am Wochenende offen gelassen, ob er auf dem Gewerkschaftstag im Oktober antritt. Ein freiwilliger Verzicht des 59-Jährigen galt aber in Kreisen der Gewerkschaft als eher unwahrscheinlich.

Düvel forderte Reformen als Konsequenz aus der Niederlage in Ostdeutschland. „Es geht um Führungsprobleme“, sagte er. „Wir müssen prüfen, ob Kommunikations- und Entscheidungsprozesse richtig laufen, Frühwarnsysteme funktionieren und beim Streik mehr Zwischenanalysen nötig sind.“ Gewerkschafts-Chef Zwickel hatte Entscheidungen über die Zukunft der IG Metall frühestens für die Vorstandssitzung am 8. Juli angekündigt.

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