Nach Düsseldorfer Fan-Randale
Polizei will Deutsche Fußball Liga zur Kasse bitten

Die Relegations-Rückpartie zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC könnte wegen der Fan-Tumulte ein teures Nachspiel haben. Die Polizeigewerkschaft fordert eine Sicherheitsgebühr.
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BerlinDie Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält nach den Fan-Tumulten am Ende des Relegations-Rückspiels bei Fortuna Düsseldorf drastische Konsequenzen für nötig. Die „massiven Ausschreitungen“ seien ein weiterer Beleg dafür, dass es richtig sei, die Deutsche Fußball Liga (DFL) und den Deutschen Fußballbund (DFB) „an den Einsatzkosten der Polizei durch eine Sicherheitsgebühr in Höhe von 50 Millionen Euro pro Saison“ zu beteiligen, sagte der Erste stellvertretenden DPolG-Bundesvorsitzende Hermann Benker Handelsblatt Online. „Damit könnten unter anderem die anwachsenden Überstunden der Polizeieinsätze bezahlt werden.“

Benker sieht zudem den DFB nun in der Pflicht, ein „deutliches Signal gegen Gewalt in Fußballstadien“ zu setzen. So müssten zu erwartende Geldstrafen „zweckgebunden für die Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen in Stadien verwendet werden“, sagte der Gewerkschafter. „Aber auch die Sicherheitskonzepte in den Stadien müssen überprüft und aktualisiert werden, da sie offensichtlich nicht ausreichend waren.“

Das Relegationsspiel wurde vor allem von Chaos in der Schlussphase überschattet, als Fans auf das Spielfeld stürmten und für eine rund 20-minütige Unterbrechung sorgten.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erwartet vom DFB ein wirksames Signal gegen die zunehmende Eskalation von Fan-Ausschreitungen. Der GdP-Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut sagte am Mittwoch in Berlin, offensichtlich brächten Appelle an Vernunft und Verstand nichts. Er betonte: "Tausende unkontrolliert agierende Fußball-Anhänger haben sich und andere in höchste Gefahr gebracht."

Der DFB sei jetzt vor dem angekündigten Anti-Gewalt-Gipfel von Fußball und Justiz in der Pflicht, zu prüfen, "ob über Punktestrafen die Fans diszipliniert werden können". Nach Auffassung der GdP erzielten die bisherigen Maßnahmen wie Stadionverbote und Geldstrafen für Vereine nur eine geringe Abschreckung. Witthaut sagte: "Erst wenn die Fans begreifen, dass ihre unbeherrschten Gewaltausbrüche zu Punktabzügen bei ihrem Lieblingsverein und somit im schlimmsten Fall zum Abstieg führen können, dürfte die Gewalt eher eingrenzbar sein."

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Polizei will Deutsche Fußball Liga zur Kasse bitten

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Hertha-Anwalt: Polizei bat um Spiel-Fortsetzung

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  • Man sollte nicht vergessen, dass durch das Milliardengeschäft Fußball Steuereinnahmen ins Staatssäckle fließen, die die Kosten für die Polizeieinsätze zum Fliegenschiss werden lassen !!!

  • Die Kaoten sollten strafrechtlich die Höchststrafe bekommen und ordentlich zahlen .

  • Mir ist seit meinem Jurastudium (vor 50 Jahren)einfach nicht nachvollziehbar, warum der Veranlasser öffentlicher Gefährdungen für Menschen und Allgemeingut nicht deren Sicherheit finanziell garantieren muß. Meine Wohnung schütze ich mit einer elektronischen Warnanlage vor Einbrüchen, die In Deutschland zu 85% nicht aufgeklärt werden. Wenn bei einem versuchten Einbruch - so bereits in zwei Fällen geschehen - Einbrecher durch die Licht- und Sirensignale der Alarmanlage ihre Versuche abbrechen und ie Polizei bei ihrer (durch deren Überlastung verständliche) sporadischen "Tataufnahme" den Einbruch trotz Beschädigungen nicht bestätigt, werde ich zu den Kosten des Einsatzes herangezogen (so geschehen). Die Träger der Sozialversicherung zahlen jährlich Millionenbeträge an ehemalige Fußballspieler für die Folgen von Verletzungen ( nach früheren Presseberichten auch an Herrn Rehagel), ohne dass die Vereine adäquate Beiträge entrichten. Gebührenfinanzierte Rundfunkanstalten zahlen hunderte Millionen an 54 Profivereine, damit jeder Bundesbürger - auch die Millionen nicht Fußballinteressierter - das z.T. anspruchslose und langweilige Gekicke mit minutenlangem Ballgeschiebe in der eigenen Spielhälfte verfolgen können. Wann endlich begreifen die Verantwortlichen in unserer Gesellschaft, dass es ausschließlich Aufgabe des Staates und seiner Institutionen ist, Güter und Einrichtungen der Gesellschaft mit horrenden finanziellen Aufwendungen ausschließlich dort einzusetzen, wo es um die Belange der Bevölkerung geht und die skandalös ausufernden Gratisleistungen an an privilegierte Gruppen (Fußballmillionäre und deren Vereine, Politiker und viele mehr) einzugrenzen? Warum erfreuen sich diese begünstigten Gruppen in diesen Fragen eigentlich eines so unkritischen Umgangs ihrer beteiligten "Jubelmedien"? Wohl auch nur eines der vielen Beispiele oportunistischer gemeinwohlfeindlicher Grundeinstellungen.

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