Nach EU-Wahlschlappe
Seehofer sieht Mitschuld bei parteiinternen Kritikern

Das schlechte Ergebnis bei der Europawahl bringt die CSU weiter zum Brodeln. Laut Seehofer seien parteiinterne Kritiker mitverantwortlich für die Schlappe. Vor allem Widersacher Huber bekam sein Fett weg.
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AugsburgDer bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat seine parteiinternen Kritiker für das schlechte Abschneiden der CSU bei der Europawahl mitverantwortlich gemacht. "Diese Neigung zur Selbstbeschäftigung gefällt den Leuten nicht", sagte Seehofer der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstagsausgabe). Er griff seinen parteiinternen Widersacher Erwin Huber wegen dessen Forderung nach einer Führungsdebatte scharf an: "Das hat nur eine Wirkung, eine einzige: Das schadet der CSU, sonst gar nix", sagte Seehofer. Dies habe sich bei der Europawahl gezeigt.

Das Ergebnis sei ein Warnschuss für die CSU, sagte der CSU-Chef. "Es begleitet uns doch seit November diese Debatte über den Führungsstil", kritisierte Seehofer. "Hat der Ministerpräsident zu viel Macht? Hat er zu wenig? Wie organisiert man die Nachfolge? Ist er ein Spieler? Ist er ein Zocker?" Dies sei ein entscheidender Faktor für das schlechte Abschneiden bei der Europawahl gewesen.

Seehofer machte nochmals klar, dass er bis zum Ende der Wahlperiode Ministerpräsident bleiben will. Als Parteivorsitzender sei er bis Ende 2015 gewählt und er werde sich auf dem Parteitag erneut zur Wiederwahl stellen. Die Partei stehe an einer "Wegscheide", sagte Seehofer. Die CSU habe zwar ein Wählerpotenzial von mehr als 50 Prozent. Wenn sie aber nicht zu Veränderungen bereit sei, laufe sie Gefahr, in den 30-Prozent-Bereich abzurutschen.

Die CSU war bei der Wahl zum Europaparlament im Mai in Bayern von 48,1 Prozent im Jahr 2009 auf 40,5 Prozent zurückgefallen. Es war ihr schlechtestes landesweites Ergebnis seit 60 Jahren.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach EU-Wahlschlappe: Seehofer sieht Mitschuld bei parteiinternen Kritikern"

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  • Die Vorkommentatoren liegen völlig richtig.
    Auf Huber müßte Seehofer überhaupt nicht eingehen, der mit Beckstein die CSU erst auf die Rutschbahn gebracht hat, wenn er sich seiner Sache sicher wäre.

  • Die CSU hat sich an Merkel und Sozialismus verkauft. Das kann nur daneben gehen. Seehofer ist unglaubwürdig und den neuen Herausforderungen nicht gewachsen. Energiewende, ungesteuerte Einwanderung und der Einheitseuro wurden an die Wand gefahren. Für ein rasantes Wachsen der AfD haben die Blockparteien, die EU und Euro-Gläubigen gesorgt. Wer die neuen Zeichen der Zeit nicht erkennt, verschwindet von der politischen Bühne. Die Union ist nicht mehr die Union von früher, darum ist sie nicht mehr wählbar.

  • Falsche Analyse, Hr. Seehofer!
    Die Bürger in Bayern sehen die CSU und damit Sie, Hr. Seehofer nur noch als "Bettvorleger" für diese grün-sozialistische Merkel in Berlin.
    Mit ihrem Führungsstil und ihren Weg haben Sie die Mitte der Gesellschaft verlassen und sich auf Grün-Rot eingelassen. Dies ist und bleibt ein kapitalter Fehler!
    ESM (Euro-Schulden-Banken-Rettung), das Angstmärchen/Abzockermärchen vom "bösen" CO2, dass eine Klimasteuerung darstellen soll (mit einen Anteil von gerade einmal 0,039% an der Atmosphäre-lachhaft), die absurde und volksschädliche Energiewende auf dem perfiden und asozialen EEG, der Glaube an eine Technik (Windmühlen,Sonnenmodule und Faulgasbehälter) die schon vor über hundert Jahren von der moderne der Kohle, Gas und vor allen Kernkraft abgelöst worden ist.
    Hr. Seehofer, SIE haben den Boden der Realtiät verlassen und sich mit ihren Weg den Ideologien einer Öko-Sozialistischen Gruppe ala Merkel und Co. hingegeben. Und dies ist ihr größter Fehler gewesen. Die neue CSU wird in Zukunft AfD heißen!

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