Nach Heiligendamm
G8-Kritiker legen Liste mit gemeldeten Polizei-Übergriffen vor

Die Organisatoren der Proteste gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm haben eine lange Liste mit Vorwürfen gegen die Polizei vorgelegt. Die Übergriffe, die von Protest-Teilnehmern gemeldet worden seien, reichten von Beleidigungen über sexuelle Belästigung bis zur Misshandlung.

HB HEILIGENDAMM. Die „Gipfelsoli Infogruppe“ teilte am Mittwoch mit, bei Festnahmen sei häufig brutale Gewalt angewendet, verletzten Aktivisten die Hilfe verweigert worden. Polizisten hätten Demonstranten provoziert, mit Pfefferspray besprüht oder ohne Vorwarnung Wasserwerfer eingesetzt. Nach Angaben der Rostocker Staatsanwaltschaft liegen keine Anzeigen wegen Übergriffen vor. Ein Polizei-Sprecher wollte zu den Vorwürfen nicht näher Stellung nehmen. Die Organisatoren berichten unter anderem von einem Übergriff auf einen Fahrradkonvoi am 2. Juni, bei dem Beamte aus fahrenden Autos heraus Demonstranten geschlagen und mit Reizgas besprüht hätten. An diesem Tag war es bei der Großdemonstration zum Auftakt der Protestwoche in Rostock zu regelrechten Straßenschlachten zwischen der Polizei und Autonomen gekommen. Bei einer Demonstration gegen die Ausländerpolitik der G8-Staaten am 4. Juni hätten Polizisten mit Rache für diese Krawalle gedroht. Der zuständigen Polizeieinheit Kavala werfen die G8-Kritiker vor, Falschmeldungen über angebliche Flaschen- und Steinwürfe verbreitet zu haben.





» Die Liste der G8-Kritiker im Internet





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