Nach Herzinfarkt
Thomas Schäuble ist tot

Finanzminister Wolfgang Schäuble trauert um seinen jüngeren Bruder. Thomas Schäuble starb im Alter von 64 Jahren. Er leitete in Baden-Württemberg nicht nur viele Jahre das Innenministerium, sondern auch eine Brauerei.
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StuttgartWolfgang Schäuble hat auch seinen zweiten Bruder verloren: Thomas Schäuble ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Der frühere baden-württembergische Landesminister erlag am Donnerstagabend den Folgen eines Herzinfarkts, wie am Freitag aus Kreisen der Südwest-CDU in Stuttgart verlautete. Thomas Schäuble hatte den Herzinfarkt im vergangenen Sommer erlitten und zuletzt im Wachkoma gelegen. Wie sein Bruder Wolfgang hatte sich auch Thomas Schäuble politisch in der CDU engagiert. Eineinhalb Jahrzehnte war er Abgeordneter im baden-württembergischen Landtag gewesen und amtierte von 1984 bis 1991 als Oberbürgermeister der Stadt Gaggenau.

In den 90er-Jahren hatte er unter Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) verschiedene Ministerposten in der Landesregierung inne. 2004 gab er seinen Kabinettsposten auf und führte fortan die Staatsbrauerei Rothaus. Nach seiner Erkrankung gab Rothaus im Dezember bekannt, dass Schäuble nicht mehr auf den Posten des Brauereichefs zurückkehren werde.

Thomas Schäuble hatte gute Perspektiven, auch Ministerpräsident von Baden-Württemberg als Nachfolger von CDU-Ministerpräsident Erwin Teufel zu werden. „Weil der aber hartnäckig am Amt festhielt und Thomas Schäuble nicht zu seinem Sturz beitragen, aber auch nicht als dienstältester Landesminister in die politische Nachkriegsgeschichte Baden-Württembergs eingehen wollte, zog er es 2004 vor, vom Ministeramt zurückzutreten und Chef der landeseigenen Badischen Rothausbrauerei im Schwarzwald zu werden, statt weiter auf dem Stuhl eines Landesministers zu sitzen“, schreibt Hans Peter Schütz in seiner Biografie über Wolfgang Schäuble „Zwei Leben“ (Droemer Verlag).

Für die Biografie hat Thomas Schäuble auch ein langes Interview mit Schütz geführt, in dem er sehr offen über sich, seine Familie und den berühmten Bruder spricht. Bescheiden gibt Thomas an, dass Wolfgang die Karriereleiter deutlich weiter empor kletterte, auch weil er eher angefangen hatte: „Ich selbst kam viel später ins politische Fahrwasser. Ich habe meine Freizeit nicht bei der Jungen Union verbracht, wie der Wolfgang.“

Druck von seinem Vater, ein Anhänger der CDU zu werden, habe es für Thomas nie gegeben: „Druck in Richtung eines bestimmten Parteibuchs gab es nie. Das lief anders. Es war so, dass der Vater uns seine Sicht der Dinge dargelegt hat. Dadurch sind wir natürlich schon mittelbar beeinflusst worden. Aber es war nicht so, dass er uns strikt angehalten hat, CDU-Mitglied zu werden.“

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"Der Wolf war mir eher lästig"

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  • nur zur Info >Freundlicher Beobachter<; Schäuble hat auch keine Anzeige geschaltet und wird hier erwähnt!!Im übrigen wollte ich nur darauf aufmerksam machen, das täglich tausende liebe Menschen sterben, die keine Beachtung finden und für ein paar Prominente (wie auch Maria Furthwängler, deren Vater kürzlich verstarb) wird hier so eine Plattform eröffnet!!Warum?? Mich interessiert weder der Tod von Hern Schäuble, noch der von Furthwänglers Vater; genauso wenig interessiert diesen Personen der Tod meiner Mutter!! Der Tod gehört zum Leben, ist also ganz normal und darum gehören solche Schlagzeilen vom Tod ehem. Prominenter oder deren Angehörige hier nicht hin!!Mehr will ich nicht!!

  • Mein Beileid gilt der Familie.
    Es ist immer schwer einen geliebten Menschen zu verlieren und 64 ist kein Alter zum Sterben

  • Wenn man sich das durchliest, war wohl Thomas Schäuble eher bescheidener als sein Bruder .

    Beileid für die Familie.

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