Nach Interview in rechter Zeitung
Mügelns Bürgermeister soll zurücktreten

Der Bürgermeister des sächsischen Mügeln gerät nach einem umstrittenen Interview immer stärker unter Druck. Der FDP-Politiker Gotthard Deuse müsse zurücktreten, forderten am Freitag der Zentralrat der Juden und der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses.

HB LEIPZIG. Deuse hatte der rechtsgerichteten Zeitung „Junge Freiheit“ ein Interview gegeben, das Rücktrittsforderungen auslöste. Die sächsische FDP wies dies zurück. Zwei Wochen nach dem Überfall auf acht Inder in Mügeln ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen zwölf Verdächtige. Ihnen wird Volksverhetzung, Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Die zwischen 17 und 35 Jahren stammen aus Mügeln und Umgebung. Die Ereignisse seien eindeutig von fremdenfeindlichen Äußerungen Einzelner geprägt gewesen, betonten die Ermittler. Es hätten sich aber keine Anhaltspunkte für eine Hetzjagd ergeben. Ebensowenig gebe es Hinweise, dass die Vorfälle auf einem geplanten und organisierten rechtsextremistischen Hintergrund beruhten. Den Angaben zufolge war keiner der Verdächtigen zuvor wegen rechtsextremistisch motivierter Straftaten belangt worden.

Bürgermeister Deuse hatte in der „Jungen Freiheit“ bekannt: „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein.“ Kurz nach der Gewalttat gegen die Inder war er bereits wegen Äußerungen kritisiert worden, die als verharmlosend gesehen wurden. Unter anderem hatte Deuse erklärt, in Mügeln gebe es keine rechte Szene.

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