Nach Krawallen in Heidenau
Flüchtlingsheim wird zur Sicherheitszone

Vor einer Notunterkunft für Flüchtlinge bei Dresden ist es die zweite Nacht in Folge zu Krawallen gekommen. Das sächsische Innenministerium reagiert - und richtet eine Sicherheitszone ein.
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HeidenauErneut ist es vor dem Notquartier für Flüchtlinge in Heidenau bei Dresden zu Krawallen gekommen. Rechte Demonstranten warfen am späten Abend Bierflaschen und Böller auf Polizisten. „Es waren ähnliche Szenen wie in der Nacht zuvor”, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntagmorgen. Die Polizei ging mit Schutzschilden gegen die teils betrunkenen Krawallmacher vor und räumte die Straße.

Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) verurteilt die ausländerfeindlichen Randale und die Angriffe auf Polizisten in seiner Stadt und fordert die Einwohner zur Solidarität mit Flüchtlingen auf. „Menschlichkeit ist gefragt, kein materielles Opfer“, sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Sachsen könne da noch viel leisten und Heidenau werde mitmachen. Opitz berichtete davon, dass er in sozialen Netzwerken zwar angefeindet werde, aber auch sehr viel Unterstützung von Bürgern erhalte. „Ich gehe fest davon aus, dass die große Mehrheit der Heidenauer sich für Flüchtlinge engagieren wird.“ In der kommenden Woche werde man über konkrete Schritte beraten.

Das sächsische Innenministerium kündigte an, eine Sicherheitszone rund um die Unterkunft zu errichten. In dem Bereich kann die Polizei anlasslos Personalien kontrollieren sowie Platzverweise und Aufenthaltsverbote aussprechen. Beobachter befürchten, dass die Gewalttäter am Abend oder in den kommenden Tagen zurückkehren.

Die Flüchtlinge haben in einem ehemaligen Baumarkt ein notdürftiges Obdach gefunden. „Wir hoffen, dass sie noch eine ruhige Nacht gehabt haben”, fügte der Sprecher der Polizei hinzu. Ob es Verletzte oder Festnahmen gab, konnte er nicht sagen. Zahlen und nähere Details zu dem Polizeieinsatz gebe es wahrscheinlich im Lauf des Sonntags.

In den Abendstunden standen sich rechte und linke Demonstranten in Heidenau gegenüber. Die Lager waren durch eine Straße voneinander getrennt. Die Atmosphäre in der kleinen Stadt südöstlich von Dresden sei angespannt gewesen, heißt es. Es blieb aber bei lautstarken Pöbeleien, Provokationen und Beleidigungen.

Bis zum Abend trafen etwa 120 neue Flüchtlinge in der Notunterkunft ein. Die vier Busse fuhren ungehindert vor das triste Gebäude. In der Nacht zuvor hatten Hunderte Menschen die Zufahrt blockiert. Sie bepöbelten die hilfesuchenden Menschen, warfen Müll auf die Straße und gingen mit Flaschen und Feuerwerkskörpern auf die Polizei los.

Heidenau

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  • „Und jetzt wissen wir mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit, dass diejenigen, die aus den Kriegsgebieten zu uns kommen, deren Asylwunsch auch anerkannt wird, dass die lange bleiben werden, wahrscheinlich für immer bleiben werden.”

    ............. und pro Kopf die ganzen Familien nachreisen werden!

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