Nach Kritik am Bahnchaos
Ramsauer schlägt zurück

Die politischen Schuldzuweisungen rund um das Bahnchaos in Mainz gehen weiter. Die SPD beschuldigt die CDU, die FDP die SPD – und nun schaltet sich auch Verkehrsminister Ramsauer (CSU) in die Debatte ein.
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BerlinBundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat der SPD Mitverantwortung an den Problemen rund um den Mainzer Hauptbahnhof gegeben. Es seien SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück als früherer Bundesfinanzminister und Wolfgang Tiefensee als Ex-Verkehrsminister (ebenfalls SPD) gewesen, welche „die Privatisierung der Bahn massiv vorangetrieben, das Unternehmen kostenmäßig ausgeblutet und so die Braut für den Börsengang geschmückt hätten“, erklärte Ramsauer am Dienstag in Berlin. Das Personal bei der Bahn sei während der Amtszeit unter Duldung der ehemaligen Minister „sträflich heruntergefahren“ worden.

Steinbrück habe den Börsengang „nur wegen des ungünstigen Marktumfeldes aufgrund der weltweiten Finanzkrise auf unbestimmte Zeit verschoben“, erklärte Ramsauer. Werfe die SPD der Bundesregierung heute Verfehlungen vor, sei das ein Anzeichen für „politischen Gedächtnisschwund“.

Nach der Großen Koalition aus CDU, CSU und SPD bis 2009 habe die schwarz-gelbe Bundesregierung "die Scherben aufgekehrt und den Kurswechsel hin zu einer kundenorientierten Deutschen Bahn vollzogen", erklärte Ramsauer. Die Mitarbeiterzahlen seien wieder erhöht und Werkstätten wieder geöffnet worden. Zuvor hatten bereits FDP-Generalsekretär Patrick Döring und der FDP-Fraktionschef im Bundestag, Rainer Brüderle, SPD und Grünen eine Mitverantwortung an dem Bahn-Desaster in Mainz vorgeworfen.

Am Mainzer Hauptbahnhof fallen derzeit zahlreiche Züge aus und der Regionalverkehr läuft nur eingeschränkt. Fernverkehrszüge wie ICE werden teils umgeleitet oder halten an anderen Bahnhöfen. Hintergrund sind massive Personalprobleme im Mainzer Bahn-Stellwerk. Am Dienstagnachmittag will die rheinland-pfälzische Landesregierung nach einem Krisentreffen eine Stellungnahme zu den Problemen abgeben.

Die Bahn kündigte an, das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof ab nächster Woche zu lindern. Ab kommendem Montag würden Züge zwischen und 6 und 20 Uhr zu 15 Prozent nicht fahren, kündigten die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und DB Netz-Chef Frank Sennhenn am Dienstag nach einem Krisengipfel in Mainz an. Ab 17. August solle an Wochenenden wieder der Normalfahrplan gelten. In der letzten Augustwoche wolle die Bahn zum Vollbetrieb zurückkehren, falls es nicht zusätzliche Krankmeldungen der Fahrdienstleiter gebe. „Es gibt Linderung“, sagte Dreyer. Sie zeigte sich aber nicht zufrieden.

Agentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Kritik am Bahnchaos: Ramsauer schlägt zurück"

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  • Richtig!

    Wenn er die Zustände kannte, stellt sich die Frage, was er dagegen unternommen hat. In diesem Punkt hat er nach den berechtigten Vorwürfen selbst zu liefern.

  • Immer wenn was ist, waren es die Anderen. Das ist typisch für das gnaze Politikerpack egal welcher Couleur.

    Hauptsache keine Probleme lösen und schön schauen, dass man fette Gehälter und Pensionen einstreichen kann. Auf das Wohl des Volkes wird wie immer(!) gesch... .


  • Wie fast immer, Herr Ramsauer hat ein großes Mundwerk.
    Sprechblase!

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