Nach Kritik

FDP-Spitze wirft Kubicki Parteischädigung vor

Mit beißender Kritik schießt FDP-Bundesvorstandsmitglied Kubicki gegen die eigene Partei: Die Lage der FDP erinnere ihn immer mehr an die Spätphase der DDR. Seine Kollegen an der FDP-Spitze sind empört. Mit seinem Verhalten schade Kubicki der Partei.
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FDP-Vorstand Kubicki ist bekannt für deutliche Worte - auch gegen die eigene Partei. Quelle: DAPD

FDP-Vorstand Kubicki ist bekannt für deutliche Worte - auch gegen die eigene Partei.

HB BERLIN. Die FDP-Spitze hat Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Kubicki nach seiner harschen Kritik am Zustand der Liberalen Parteischädigung vorgeworfen.„Mit ätzender Kritik kann man vielleicht Selbstdarstellung betreiben, aber keine Probleme der FDP lösen“, sagte Generalsekretär Christian Lindner am Sonntag in Berlin. „So macht man sich zum Kronzeugen der Gegner.“ Kubicki pflüge damit auch die ersten Erfolge der FDP unter. Dieser hatte im „Spiegel“ die Lage der Liberalen „fast aussichtslos“ genannt: „An der Basis hat die Auflösung schon begonnen.“

Kubicki beschrieb die Befindlichkeit seiner Partei mit drastischen Worten und machte die Parteiführung für einen drohenden Zerfall verantwortlich: „Die Situation, in der wir uns befinden, erinnert mich fatal an die Spätphase der DDR. Die ist irgendwann implodiert.“ Auf einmal sei die DDR nicht mehr dagewesen. „Die Führung konnte das bis zum Schluss nicht begreifen. Es kann passieren, dass auch die FDP in sich selbst zusammenfällt“, sagte Kubicki, der in Schleswig-Holstein FDP-Fraktionschef ist. Die Austritte nähmen massiv zu, sagte er.

Die FDP-Minister in Berlin nähmen den Zustand ihrer Partei aber kaum wahr, bemängelte Kubicki. FDP-Chef Guido Westerwelle kapsele sich ab. Dennoch gebe es zu ihm keine Alternative: Weder einer der anderen Bundesminister noch Generalsekretär Lindner drängten sich als Parteichefs auf. Kubicki sagte, bei wirklich dramatischen Niederlagen der FDP bei den Landtagswahlen 2011 würde Westerwelle selbst die Frage des Verbleibens im Amt beantworten. „Er würde nach meiner Einschätzung auf dem Bundesparteitag im Mai nicht erneut kandidieren.

Westerwelle verwahrte sich dagegen gegen die Kritik. Die FDP und er selbst hätten zwar ein schwieriges Jahr hinter sich, sagte er im ZDF. Er sei überzeugt, dass Union und FDP die wichtige Landtagswahl in Baden-Württemberg im Frühjahr gewinnen würden. Deutschland stehe auch deshalb so gut da, weil die FDP wichtige Weichen gestellt habe. Darüber müssten die Liberalen reden. Konsequenzen für sich lehnte der FDP-Chef ab: „Ich bin keiner, der bei Sturm von Deck geht.“

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9 Kommentare zu "Nach Kritik: FDP-Spitze wirft Kubicki Parteischädigung vor"

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  • - bodyguard
    - Panzerlimousine
    - Schusssicherer West
    - Überwachungskameras
    aus dem Haus.

    Aber so haben sie es gewollt und verdient!

  • http://www.welt.de/politik/ausland/article11272593/Westerwelle-aggressiv-Merkel-pragmatisch.html

  • @FDP-Wähler hoffe es waren keine Geringverdiener,Harz 4ler,Aufstocker,Zeitarbeitnehmer (Sklaven)darunter wenn ja Pisastudie zu rate ziehen.

  • Sollten Sie lieber,bevor Schiff und Deck auch unter geht.Dickdarm der Partei Ahoi!

  • Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weit auseinander. Die FDP als Klientelpartei entfernt sich Lichtjahre vom kleinen Michel und steigt immer mit höher, nur nicht in Umfragen. Das Westerwelle mit Sprüchen die FDP auf 14 % gebracht hat, zeigt das eine Regierungsverantwortung etwas anderes ist
    als Losverkäufer mit großen Gewinn versprechen. Die Grünen werden der FDP folgen, man ist dann wenigstens nicht allein. Der FDP kann nur noch helfen, Westerwelle und Lindner vor die Tür zu setzen und eine Konservative Partei zu werden und dann alle aufzufangen die in anderen Parteien unzufrieden sind. Dazu braucht es ein völlig neues Parteiprogramm. Tollerant, Weltoffen und Freizügig
    sind schon R/G und ihre Groupis die Linke. Viel Zeit bleibt nicht.

  • Guten Tag,... ich mag die Kerle nicht. Es gab nur 2 Ehrenmaenner in dieser Raeberbande. Herr Genscher und Herr Moellemann. ( Wir reden von Herren ) Herr Kubiki sieht zwar aus wie ein Herr, aber.... besten Dank

  • Da ist er wieder, der beißreflex der FDP-Führung!Auch wenn ich den Kubicki wenig schätze, (Mülldeponieskandal in MC-Pomm zu Lasten der Steuerzahler in Schleswig Holstein).Hier gebe ich ihm Recht!Eine "Schnarchpartei" die auch noch mit Steuergelder gefüttert wird.Wie wenig Transparent die Politik in Deutschland geführt wird, zeigt das beispiel b.Württemberg.ich hoffe das in baden Württemberg erstmals Grenzen der "Korrupten Politik" eingerissen werden.Denn so wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen!

  • Die FDP-Spitze meint, mit seinem Verhalten schade Kubicki seiner Partei!? Das ist Realsatire. Wer hat denn mit „Klientelpolitik“ und einer unsachlichen und desavouierenden Hartz-iV-Empfänger-Debatte – Stichwort: „römische Dekadenz“ - die Umfragewerte der FDP in den Keller geschickt? Wer hat alle Wahlversprechen über bord geworfen? Und wie kommt, es, dass die FDP-bundesminister in Umfragen in puncto Unbeliebtheit nicht zu schlagen sind?

    Man kann zur FDP stehen wie man will, aber es dürfte wohl eher umgekehrt sein: Kubickis Kritik wird für viele Enttäuschte innerhalb der FDP als Weckruf und als Hoffnungszeichen dafür verstanden werden, dass sich nun vielleicht doch noch etwas tut und das Ruder herumgerissen wird, bevor die bürger – was vorhersehbar scheint – die Partei bei den kommenden Landtagswahlen sukzessive in die bedeutungslosigkeit schicken. Das ist angesichts des Trümmerhaufens, zu dem die FDP-Spitzenpolitiker ihre Partei gemacht haben, eine Herkulesaufgabe. Das Vertrauen der bürger wurde verspielt und ist nicht leicht zurückzugewinnen. Ohne radikale Schritte und vor allem glaubwürdige sowie kompetente Kräfte dürfte da wenig zu machen sein.

    Und im Übrigen steht die CDU mittlerweile vor ganz ähnlichen Problemen (siehe: http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2010/10/mehr-freiheit-wagen-anspruch-realitat.html). Sie hat nur die Vorteile, einer größeren Mitgliederzahl und eines dickeren Stimmenpolsters. Doch auch hier schmilzt beides dahin ...

  • sieht nach dem Einäugigen unter den blinden aus ...

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