Nach Kritik
Rösler verteidigt Streichungen im Armutsbericht

Wurde der Armutsbericht der Bundesregierung geschönt? Nein, sagt Philipp Rösler. Es gebe nur „unterschiedliche Sichtweisen“ der Ressorts. Mit Statistiken will der Wirtschaftsminister die Änderungen nun rechtfertigen.
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BerlinBundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat die als Schönfärberei kritisierten Korrekturen am Armutsbericht der Bundesregierung verteidigt. Er räumte am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“ ein, dass es „unterschiedliche Sichtweisen“ zur sozialen Situation in Deutschland beispielsweise zwischen seinem Ressort und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gebe. „Sie hat eine andere Vorstellung davon, und wir haben noch mal deutlich die Zahlen auf den Tisch gelegt. Und gesagt, die Einkommensentwicklung ist besser geworden.“ Es gebe heute deutlich mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. „Und das muss sich dann natürlich auch widerspiegeln.“

Aus dem Entwurf des Armuts- und Reichtumsberichts waren unter anderem Aussagen über steigende Einkommen im oberen Bereich und sinkende im unteren Bereich getilgt worden. Auch Aussagen über ein verletztes Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung und eine Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts wurden gestrichen. Kritiker bemängelten, der Bericht sei „weichgespült“ worden.

Rösler sagte im ZDF, Deutschland gehe es so gut wie nie zuvor in seiner Geschichte. „Und wenn man dann Passagen drin hat, die den Eindruck vermitteln, es würde den Menschen schlecht gehen, wir hätten soziale Unruhen, was auch immer, dann würde das der falsche Eindruck sein. Und deshalb habe ich gesagt, wir müssen die Wirklichkeit schon abbilden.“ Der nun vorliegende Entwurf des Berichts sei eine gemeinsame Beschlussfassung der Bundesregierung.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Kritik: Rösler verteidigt Streichungen im Armutsbericht"

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  • Nicht umsonst hat Ihn ja sein eigener Parteisprecher nach kurzer Zeit im Amt schon einen "Wegmoderierer" genannt.

    Was Philip nicht gefällt, wird in schönster "Mainzel-Männchen-Manier" weggeredet.

    Lieber Philip, auch wenn Du Mutti gefallen willst - der Bundestag ist nicht die Puppenkiste.

  • Armut ist relativ, genau wie geistige Armut.

    Rösler-Bubi hat inhaltlich Recht, wenn er sich gegen das Miesmachergelaber (typisch deutsch) stellt. Taktisch und führungstechnisch ist er natürlich eine Katastrophe.

    Er hätte wissen müssen, daß Medien, Netz-Mob und HartzIV-Lobby nur darauf warten, diese Schmierenkomödie auszuschlachten.

  • Deutschland gehe es so gut wie nie zuvor in seiner Geschichte. „
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    Ach ja?
    Davon merken aber ganz viele nun mal gar nichts.
    Aber wem geht es denn gut? Sagt usn dass dieser Bubi auch mal?

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