Nach London-Anschlägen
Deutschland in erhöhter Alarmbereitschaft

Nach den Anschlägen in London wächst auch in Deutschland die Angst vor Terror-Attacken. Laut Bundesinnenminister Otto Schily gibt es jedoch keine konkreten Hinweise auf eine erhöhte Gefahrenlage. Dennoch wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Zudem verständigten sich die deutschen Innenbehörden darauf, Massenverkehrsmittel intensiver zu überwachen.

HB BERLIN. Auch Deutschland sei Teil eines „allgemeinen Gefahrenraums“, sagte Schily bei einer Pressekonferenz in Berlin. Es könne jedoch nicht sein, dass Terroristen vorschrieben, ob es Großveranstaltungen wie die WM gebe oder nicht. „Wir müssen nur auf der Hut sein und unsere Wachsamkeit an der einen oder anderen Stelle erhöhen“, sagte Schily. Er erklärte zudem, ihm lägen noch Keine Hinweise darüber vor, ob sich Deutsche unter den Opfern befänden.

Schily sagte, die Bundespolizei kontrolliere den Bahnverkehr und an den Flughäfen seien zusätzliche Polizeikräfte im Einsatz. Auch die Grenzüberwachung sei verstärkt worden. Der Minister rief die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf, warnte aber vor Panik. Die deutschen Länderbehörden verstärkten den Schutz britischer und amerikanischer Einrichtungen. Die deutsche Botschaft in London bildete einen Krisenstab.

Zu den Anschlägen, bei denen nach Angaben der Polizei mindestens 33 Menschen getötet wurden, gibt es laut Schily ein Bekennerschreiben. Es könne auf das radikale Netzwerk El Kaida hindeuten, seine Bedeutung sei aber unklar. Schily sagte, die Anschläge passten zur Gefährdungseinschätzung der deutschen und internationalen Experten. Bei der Gefährdung spiele es eine Rolle, ob sich ein Land am Irak-Krieg beteiligt habe. Deutschland sei unabhängig davon Teil des allgemeinen Gefahrenraums, in dem solche Anschläge nicht ausgeschlossen werden könnten.

Als eine besonders perfide Art der Menschenverachtung hat Bundeskanzler Gerhard Schröder die Terroranschläge bezeichnet. Schröder erklärte auf dem G-8-Gipfel im schottischen Gleneagels, er sei sich mit allen Teilnehmern „einig, dass die internationale Staatengemeinschaft alles tun muss, den Terrorismus mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gemeinsam zu bekämpfen“.

Schröder und auch Außenminister Fischer sprachen den Betroffenen, deren Angehörigen, Premierminister Tony Blair und dem gesamten britischen Volk ihr „tiefes Mitgefühl“ aus. Fischer betonte: „Der Terrorismus darf nicht, er wird nicht siegen.“

Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel verurteilte die Anschläge als „Angriff auf Demokratie und Freiheit“. Sie zeigte sich aber gleichzeitig davon überzeugt, dass es gemeinsam zu schaffen sei, „dass die, die hinterhältig Demokratie und Freiheit in Frage stellen wollen, keine Chance haben“. Für die Union versicherte sie, alles „dafür zu tun, dass die Menschen in unserem Land sicher sind“. Sicherheit müsse immer wieder erkämpft werden.

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