Nach Medienbericht
Merkel verärgert über AfD-Debatte

Nachdem der CDU-interne Streit über die neue Anti-Euro-Partei AfD öffentlich wurde, ist ebendiese in aller Munde. Kanzlerin Merkel hätte sie lieber totgeschwiegen. Am Montag machte sie ihrem Ärger Luft.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hätte die Partei am liebsten ignoriert – doch die eigenen Reihen machten ihr einen Strich durch die Rechnung. In einem Positionspapier, das dem Magazin „Spiegel“ zugespielt wurde, fordern die Chefs der CDU-Landtagsfraktionen in Thüringen, Sachsen und Hessen eine offene Debatte über die Forderungen der Anti-Europa-Partei Alternative für Deutschland, AfD.

Von diesen Forderungen hat Merkel offenbar aus der Zeitung erfahren, was an einer Sitzung der CDU-Führung am Montag für reichlich dicke Luft gesorgt haben soll. „Wir sind doch beide über 18“, habe die Kanzlerin an die Adresse von Thüringens Mike Mohring gesagt haben, berichtete „Spiegel online“ unter Berufung auf Sitzungsteilnehmer.

Erst vergangene Woche seien die Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU in Dresden zusammengesessen, ohne dass es Kritik an Merkels Kurs gegeben haben soll. Nachdem das Papier veröffentlicht wurde, ist eine öffentliche Debatte über die AfD allerdings nicht mehr zu verhindern.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe bekräftigte am Montag das Bekenntnis der Partei zum Euro. „Wir sind überzeugt: Deutschland geht es auf Dauer nur gut, wenn es Europa gut geht“, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe am Montag in Berlin. Wer jetzt der Rückkehr zur D-Mark das Wort rede, setze Hunderttausende Arbeitsplätze aufs Spiel und nehme eine Spaltung Europas in Kauf, mahnte er nach einer CDU-Vorstandssitzung.

Ein klarer Weg pro Europa und Euro auch im Wahlprogramm sei die Antwort der CDU auf europa- und euroskeptische Stimmen. Gleichwohl gelte: „Die Staatsschuldenkrise ist nicht gelöst.“ Weitere Anstrengungen und Reformen für nachhaltiges Wachstum und solide Staatsfinanzen seien nötig.

Die CDU-Fraktionschefs von Hessen, Sachsen und Thüringen hatten in einem Papier an die Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel eine klarere Positionierung gegen die neue Gruppierung gefordert.

Die AfD sei eine Herausforderung für die Union, schrieben Christian Wagner, Steffen Flath und Mike Mohring. Ihrer Ansicht nach könnte ein signifikanter Verlust von Stimmen an die AfD bei der Bundestagswahl im September SPD und Grünen zur Macht verhelfen. Gröhe sagte, das Papier sei kein Angriff gegen die Parteispitze. Attacken im eigenen Lager fänden sich darin nicht wieder.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer kritisierte den Vorstoß der drei CDU-Fraktionschefs scharf. Das Vorgehen sei „nicht in Ordnung“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Michaël Jarjour
Michaël Jarjour
Handelsblatt / Freier Journalist

Kommentare zu " Nach Medienbericht: Merkel verärgert über AfD-Debatte"

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  • Bis die naive Merkel mitbekommt, wie das EURO-GAME läuft, haben die Finanzprofis die Hilfsmilliarden längst abgezockt...

  • DER EURO IST GANZ KLAR DER TEURO!!!
    Hatten wir als Beispiel 2000 noch DM 3000,-so haben
    wir heute nur € 1500,- Die Preise sind aber nicht nur
    wie zu DM Zeiten,nein sie sind schon bei weitem höher
    als zu DM Zeiten.
    Dann spinnt die Merkel von Milliarden Ausgaben nach
    der Wahl.Kann sie ruhig,denn Sie weis genau,daß Sie
    nach der Wahl nicht mehr rumkommentieren wird und die
    Milliarden aller Bundesbürger nicht mehr verschleudern
    kann.
    Die Bürgerinnrn und Bürger,die die Merkel als gute
    Kanzlerin bezeichnen,kommen entweder aus Honeckers Schule,
    wie die Kanzlerin auch oder sie haben den Knall nicht
    gehört!!!Alle,die wollen,daß uns die Kanzlerin total in den Abgrund stürzt,sollen sie Wählen!

  • Den Kapitalismus gab es auch noch nie, wenn Sie sich so herausreden wollen. Damit ist der Rest Ihres Beitrages eh´obsolet.

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