Nach Merkel-Kritik
CDU-Spitze weist Schlarmann-Vorstoß zurück

Nach einem Merkel-kritischen Interview muss CDU-Politiker Josef Schlarmann zum Teil heftige Kritik aus den eigenen Reihen einstecken. Generalsekretär Hermann Gröhe stellte zudem Schlarmanns parteiinterne Arbeit in Frage.
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DüsseldorfDie CDU-Spitze hat sich mit scharfen Worten gegen die parteiinterne Kritik des Unions-Wirtschaftspolitikers Josef Schlarmann verwahrt. Dessen Äußerungen seien "zum Teil völlig unangemessen", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe der "Rheinischen Post". Zugleich wertete er Schlarmanns parteiinterne Arbeit als unzureichend. Dessen öffentlich geäußerte Kritik stehe "in einem bemerkenswerten Missverhältnis zu seinen eher überschaubaren Beiträgen in den Gremien unserer Partei", sagte Gröhe.

Der als Merkel-Kritiker bekannte Schlarmann, Chef der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU, hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit scharfen Worten Front gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemacht. Er warf ihr vor, das Bündnis mit der FDP zu verraten, potenzielle Nachfolger abzudrängen, die Partei mit einem "Wohlfühl-Programm" ruhigzustellen sowie grundsätzliche Debatten abzuwürgen. Gröhe dagegen nannte die CDU mit Verweis auf die Europa-, Energie- und Bildungsdebatte eine "äußerst lebhaft diskutierende Partei".

Gelassen gab sich Gröhe mit Blick auf das angekündigte Manifest des so genannten Berliner Kreis - einem Zusammenschluss konservativer CDU-Politiker. Jeder, der die Partei weiter nach vorne bringen wolle, sei eine Bereicherung, sagte der Generalsekretär dem Blatt. "Auch wenn ich nicht jede Position des Berliner Kreises teile, so erkenne ich selbstverständlich an, dass viele dort Engagierte eine wichtige Arbeit in unserer Union leisten."

Der "Berliner Kreis" will ungeachtet angeblicher interner Differenzen noch im August ein gemeinsames Manifest vorstellen. Die unter anderem vom hessischen CDU-Fraktionschef Christean Wagner ins Leben gerufene Gruppe will das konservative Profil der CDU stärken, das sie unter Kanzlerin Merkel vernachlässigt sieht.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Merkel-Kritik: CDU-Spitze weist Schlarmann-Vorstoß zurück"

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  • Diesen dummen Gröhe kann doch ein normaler Mensch nicht anhören.
    Aber Schlarmann sollte aufpassen. Wie man mit Andersdenkenden, Kritikern, eben Dissidenten umgeht, ist nur zu bekannt aus Putin-Land und auch aus der ehemaligen DDR.
    Man kann da auch ganz schnell als psychis krank abgestempelt werden.
    Das Politbüro duldet keinen Widerspruch

  • Oh Gott, und jetzt kommt die Hochfinanz/Springer-Neurose. Ohhh, aber wahrscheinlich bin ich nur Teil dieser gewaltigen Springer-Konspiration und werde finanziert von der "Hochfinanz"....uhhhhhhh

  • nurmalso
    Irrtum, die DDR gibt es immer noch. Sie aht die Budnesrepublik übernommen.
    In vielen Bereichen ist das längst merkbar

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