Nach „Nein“ zum griechischen Vorschlag

Athen attackiert Schäubles Blockade

Schäubles Reaktion auf den Brief aus Griechenland  s orgt für Ärger. Die Opposition im Bundestag und die Athener Regierung sind empört. Doch nach einem Telefonat von Tsipras und Merkel keimt Hoffnung auf eine Einigung.
Update: 19.02.2015 - 21:24 Uhr 108 Kommentare

Griechenland blitzt ab

BerlinDas scharfe Nein von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zum jüngsten griechischen Lösungsvorschlag in der Schuldenkrise hat heftige Reaktionen ausgelöst. „Während in Brüssel die Euro-Arbeitsgruppe tagt, versuchen einige, die Entwicklungen negativ zu beeinflussen. Ein Teil der deutschen Regierung, mit Verantwortung von Herrn Schäuble, stellt sich gegen das griechische Volk“, hieß es in griechischen Regierungskreisen. Die anderen Länder der Eurozone seien deutlich positiver gestimmt und wollten die Eurozone wirklich retten.

„Die deutsche Regierung greift in die Verhandlungen ein und versucht, Entscheidungen der Eurogruppe vorwegzunehmen, indem sie die Partner unter Druck setzt“, verlautete weiter aus Athen. „Es ist offensichtlich, dass jene, die sich gegen diese Bemühungen der griechischen Regierung wenden, dieselben Kräfte sind, die in jüngster Vergangenheit an Vereinbarungen beteiligt waren, die das griechische Volk strangulierten und den Zusammenhalt der Eurozone gefährdeten. Es handelt sich um ein außerordentlich gefährliches politisches Spiel.“

Doch bei griechischen Regierung gibt es dennoch Hoffnung auf Zustimmung aus Deutschland. Ministerpräsident Alexis Tsipras führte am Donnerstagabend ein langes Telefongespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Telefonat dauerte nach griechischen Angaben mehr als 50 Minuten. Die Unterhaltung sei in positivem Klima verlaufen und im Bemühen, eine für Griechenland und die Eurozone gute Lösung zu finden.

Auch mit dem französischen Präsidenten Hollande hat Tsipras am Abend gesprochen. Die Stimmung sei herzlich gewesen, hieß es aus Athen. Zudem habe der französische Präsident versichert, er werde alles tun, um Griechenland zu helfen und das auch beim Treffen mit der Kanzlerin ansprechen.

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel mahnte Schäuble zu Verhandlungsbereitschaft. Zwar nannte auch er den Brief aus Athen am Donnerstagabend in Berlin unzureichend, wertete ihn aber als brauchbare Diskussionsgrundlage. „Ich stimme mit der Bewertung des Kollegen Schäuble überein, dass das nicht ausreichend ist“, sagte Gabriel zu dem zweiseitigen Schreiben der griechischen Regierung. Insbesondere fehle eine Nennung der konkreten Maßnahmen, die in Griechenland erfolgen müssten.

Gabriel: „Wir müssen alle damit aufhören, Ultimaten zu formulieren“
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108 Kommentare zu "Nach „Nein“ zum griechischen Vorschlag: Athen attackiert Schäubles Blockade"

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  • Man hätte schon längst den Betrug ahnden müssen. Die EU-Mitgliedschaft wurde betrügerisch erlangt. Griechenland sollte mit seinen Inseln und Vermögenswerten der Reichen haften! Dass nun die Steuerzahler haften sollen, ist den Altparteien und Großbanken zu verdanken! Ich wähle nach heutiger Lage nur noch AFD.

  • Ich kann Bernd Lucke nur Recht geben.
    Außerdem sollten mal alle Griechenland-Schimpfer eines üerlegen:
    denRettungswahnsinn begonnen hat Merkel.
    Und heute läufen Schäule und Merkel durch die Euro-Länder und erteilen nur och Befehle. Am Deutschen Wesen muß mal wieder die Welt genesen.
    Freunde machen wir uns damit nicht

  • Einigung ante portas
    ------------
    Nachdem Tsipras gestern Abend 50 min. mit Merkel telefoniert hatte, hat sie ihm ihre "vollste Unterstützung" zugesagt.
    Sie wird alles in ihrer Macht stehende tun und ihren "Kampfhund Schäuble" zurückpfeifen. "Ich war schon immer dafür, dass Griechenland zum Euro gehört!" Das ist "alternativlos"!

    Das es in einigen Ländern "Abweichler" gibt (Deutschland, Finnland, Niederlande, Portugal, Spanien, Slowakei, Irland, ist unverständlich, der Euro ist doch eine [Friedenswährung[/b].

  • Sind die Griechen nur noch bekloppt?
    Meinen die sie können sich alles rausnehmen, vertragsbrüchig, selbstverschuldete Missere, hunderte Mrd Schulden, wollen mehr und mehr Geld aber nichts zurückzahlen, keine Reformen, beschimpfen und beleidigen die Partner, machen keine echten Vorschläge, etc.
    Raus mit denen selbst wenn sie alle Punkte akzeptieren würden - es reicht!
    Hart bleiben Hr. Schäuble.

  • "SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel mahnte........"

    Da mahnt der "richtige" !

    Herr Waigl (Finanzminister A.D:) hatte eine Wette, das Griechenland nicht in die EURO-Gemeinschaft aufgenommen wird.

    Wer hat u.a. die Griechen aufgenommen ?
    Ja. die ROT/GRÜNE-Koalition !

    Die gesamte, peinliche EURO-Geschichte seit der Einführung, sind durch gewollte hausgemachte FEHLER, besser kranker Lobbyismus, u.a. durch Deutschland entstanden !

    WIR bezahlen wegen unsere eigenen Fehler, die durch unsere gekauften Lobby-"Volksvertretern" durchgepeitscht wurde.

    Die höhe des Schadens, die man der deutschen Bevölkerung zumutet, hängt davon ab, wie lange diese Katastrophe noch andauert, bezahlt wird auf jeden Fall !!!

    Der Rammbock kommt immer näher !

  • "SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel mahnte........"

    Da mahnt der "richtige" !

    Herr Waigl (Finanzminister A.D:) hatte eine Wette, das Griechenland nicht in die EURO-Gemeinschaft aufgenommen wird.

    Wer hat u.a. die Griechen aufgenommen ?
    Ja. die ROT/GRÜNE-Koalition !

    Die gesamte, peinliche EURO-Geschichte seit der Einführung, sind durch gewollte hausgemachte FEHLER, besser kranker Lobbyismus, u.a. durch Deutschland entstanden !

    WIR bezahlen wegen unsere eigenen Fehler, die durch unsere gekauften Lobby-"Volksvertretern" durchgepeitscht wurde.

    Die höhe des Schadens, die man der deutschen Bevölkerung zumutet, hängt davon ab, wie lange diese Katastrophe noch andauert, bezahlt wird auf jeden Fall !!!

    Der Rammbock kommt immer näher !

  • Letzte Chance für Griechenland
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    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Trotz der Bitte um weitere Finanzhilfe sollte die Syriza-Regierung in Griechenland bald abtreten, um den "Grexit" abzuwenden.

    Die postwendende Ablehnung Deutschlands hat viele Akteure in Brüssel überrascht, ja verstört: Endlich hat die radikale Links-Rechts-Koalition in Athen sich zum überlebenswichtigen Antrag bequemt, hat um eine Verlängerung des laufenden Hilfsprogramms gebeten und damit für etwas Hoffnung auf eine Einigung mit den Geldgebern gesorgt. Da haut der konservative Kassenwart Wolfgang Schäuble sogleich mit der Faust auf den Tisch. Er entlarvt den Antrag als Mogelpackung: Griechenland bekennt sich zwar im Prinzip zu vielen Forderungen der Euro-Gruppe, aber im Detail bleibt Finanzminister Yanis Varoufakis zu vage. Zu viele Hintertürchen. Abgelehnt!

    EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem, die in den vergangenen Tagen vermittelt und den Griechen bei der Formulierung des Antrags geholfen hatten, sind einigermaßen perplex über das harte Nein aus Berlin, das inzwischen auch Helsinki unterstützt.

  • Herr Schäuble, bitte bleiben sie auch standhaft im Interesse der ehrlichen EU-Staaten, die sich an abgeschlossene Vereinbarungen zur Restrukturierung halten:
    - Polen
    - Irland
    - Portugal
    - Ungarn

    Eigentlich halten sich alle Staaten mwehr oder minder an die Verträge. Auch wenn sich die Zeiten ändern und somit auch die ausgangsparameter nicht immer zur aktuellen situation passen.

    Aber vergessen wir nicht, Griechenland will unsere Hilfe, ist ein (tölpelhaft dummer- ) Gläubiger, der will, dass andere ihn mit durchfüttern.

  • Ich schließe mich der Empfehlung von Bernd Lucke an:http://bernd-lucke.com/
    "Der neue griechische Hilfsantrag an die Euro-Gruppe ist eine versuchte Täuschung der Öffentlichkeit.
    Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis erweckt den Eindruck, als würde er das Finanzhilfe-Abkommen („Master Facility Agreement“) als zentrale Vereinbarung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern anerkennen. Aber tatsächlich beschränkt er die Anerkennung auf die finanziellen und prozeduralen Teile der Vereinbarung. Damit sind die in einem separaten Memorandum niedergelegten Reformverpflichtungen der griechischen Regierung ausdrücklich ausgeklammert.
    Unter den finanziellen Teilen der Vereinbarung versteht Griechenland offenbar die Hilfszusagen der Euro-Zone. Das aber ist nichts Neues: Dass Griechenland gerne mehr Geld bekommen möchte, ist ja bekannt. Wenn darüber hinaus aber nur noch „prozedurale Vereinbarungen“ anerkannt werden, sei das Abkommen damit de facto entkernt. Griechenland erkennt damit alles an, nur nicht seine eigenen Reformverpflichtungen. Ich fordere die Bundesregierung und die Euro-Zone vor diesem Hintergrund auf, das griechische Schreiben als völlig unzureichend zurückzuweisen und Vorkehrungen für ein baldiges Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone zu treffen."
    "Griechenland will neue Kredite haben. Ob es aber zu allen Reformverpflichtungen steht, bleibt auch in dem heutigen Schreiben durch schwammige und interpretationsfähige Formulierungen verdeckt. Man muss fürchten, dass hier nur die Eurozone an der Nase geführt werden soll. Das ist völlig inakzeptabel. Die Eurozone muss jetzt unverzüglich konkrete Vorbereitungen für ein geordnetes Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro treffen, um einen Kollaps des griechischen Finanzsystems und schädliche Rückwirkungen für andere europäische Staaten zu vermeiden. Bei guter Vorbereitung und Abstimmung ist ein griechisches Ausscheiden aus der Währungsunion ohne größere Verwerfungen möglich. Derzeit scheinen aber ...

  • Schäuble vs. Griechenland
    ----------------
    Schäubles Antwort ist verständlich.
    Er lässt sich nicht von Tsipras und Varoufakis am Nasenring durch die Manege führen.
    Das Schreiben ist substanzlos. Es hat zu viele Hintertüren.
    Das Schäuble es ein Trojanisches Pferd nennt, ist richtig.

    Und da kann Tsipras noch so oft und lange mit Merkel telefonieren.

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