Nach Platzeck-Abgang
BER-Chefaufseher verzweifelt gesucht

Es ist eines der heikelsten öffentlichen Ämter in Deutschland: Der Aufsichtsratsvorsitz für den Berliner Pannen-Flughafen BER. Wegen Platzecks Rücktritt ist der Posten vakant. Ein  Nachfolger wird händeringend gesucht.
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Berlin„Entweder dieses Ding fliegt, oder ich fliege“: Mit diesem vollmundigen Versprechen hatte Matthias Platzeck Anfang des Jahres in einer Talksendung zu unterstreichen versucht, dass er seinen neuen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH ernst nimmt und die vielen Pannen um den neuen Hauptstadtflughafen BER vergessen machen will.

Damals, am 16. Januar, hatte der brandenburgische Ministerpräsident von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (beide SPD) eines der heikelsten öffentlichen Ämter der Region übernommen.

Jetzt sieben Monate später fliegt „das Ding“ immer noch nicht, aber Platzeck zieht sich von allen Spitzenämtern zurück – aus gesundheitlichen Gründen. Sein Nachfolger als Potsdamer Regierungschef steht schon fest. Wer neuer BER-Chefaufseher werden soll, ist noch nicht geklärt. Es kursieren allerdings schon etliche Szenarien.

Fest steht: Der künftige Ministerpräsident, der amtierende Landesinnenminister Dietmar Woidke (SPD), hat schon abgewunken.  Die „Bild“-Zeitung berichtet, dass eine Rückkehr von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als BER-Chefaufseher nicht ausgeschlossen sei. „Wowereit hat sich von der Vergangenheit am BER erholt“, heißt es aus Flughafen-Kreisen.

In Berliner SPD-Kreisen hält man diese Variante jedoch für unwahrscheinlich. Wowereit habe sein Amt als Aufsichtsratschef ja auch deshalb abgegeben, „weil er in der Kritik stand und das Projekt BER in ruhigeres Fahrwasser bringen wollte“, zitiert die „Berliner Zeitung“ aus den Kreisen.

„Das wäre ein Treppenwitz“, kommentierte der Berliner Grünen-Abgeordnete Andreas Otto das Wowereit-Gerücht. Der Aufsichtsrat brauche mehr wirtschaftlichen und technischen Sachverstand, „keine Schirmherren“, zitiert die „taz“ den Grünen-Politiker. Er plädiert dafür, einige Politiker in dem Gremium durch Experten zu ersetzen.

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Externer Fachmann favorisiert

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  • Soll sich der Bund mal schön raushalten und den Kommunisten den Aufsichtsrat überlassen. Danach soll die Staatsanwaltschaft aus sozialen und solidarischen Gründen den entstandenen Schaden für den Steuerzahler bei den Genossen wieder eintreiben. Das wäre mal ein Zeichen gegen den fehlenden wirtschaftlichen Sachverstand der Linken.

  • Blos nicht wieder einen Politiker. Und bitte ohne Haftung und Bürgschaften für den Bürger.

  • es geht nicht nur um Brandschutz. Es vielmehr ist es, wie ich es vermute, die horizontale Rauchgasabführung bei gleichzeitiger Frischluftzuführung und Architekten Eitelkeit. Verwoben mit den Düsseldorfer Flughafen Unglück.

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