Nach Protesten in Freital

Sachsens Innenminister fordert Sicherheit für Flüchtlinge

Sicherheit für Flüchtlinge in Freital: Das fordert Sachsens Innenminister Ulbig (CDU). Im Heimatort von Pegida-Gründer Bachmann demonstrieren Asylgegner gegen ein Flüchtlingsheim. Die Stimmung heizt sich immer mehr auf.
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Gegner der Flüchtlingsunterkunft in der Nähe des ehemaligen Leonardo-Hotels, das jetzt als Flüchtlingsheim dient. Quelle: dpa
Kundgebung vor Freitaler Flüchtlingsheim

Gegner der Flüchtlingsunterkunft in der Nähe des ehemaligen Leonardo-Hotels, das jetzt als Flüchtlingsheim dient.

(Foto: dpa)

FreitalSachsens Innenminister Markus Ulbig will bei der Unterbringung von Flüchtlingen nicht vor menschenfeindlichen Protesten einknicken. Das sagte der CDU-Politiker der „Lausitzer Rundschau“ vor einer am Montagabend in Freital bei Dresden geplanten Bürgerversammlung zum Thema Asyl.

In Freital waren Proteste eskaliert, als ein als Flüchtlingsunterkunft genutztes ehemaliges Hotel in eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber mit zusätzlich 280 Plätzen umgewidmet wurde.´

Es sei klar, dass die Kommunen bei der Aufnahme von Flüchtlingen vor Herausforderungen stünden, sagte Ulbig. „Wir helfen, wo wir können. Aber ich halte es für notwendig, dass auch die Vertreter vor Ort daran mitwirken, um Flüchtlingen einen Zufluchtsort in Sachsen zu geben - und dieser Platz auch sicher ist.“

Bachmann organisiert Anti-Asyl-Protest vor seiner Haustür
Pegida-Chef Lutz Bachmann
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„Auf die Straße, Leute! Wehrt Euch!“: Lutz Bachmann stachelte mit einem Facebook-Aufruf wütende Proteste gegen eine Flüchtlingsunterkunft in seinem Heimatort Freital an. Seit Montag gibt es in dem sächsischen Städtchen Proteste und Gegendemonstrationen. Die Polizei ist mit einem massiven Aufgebt vor Ort. Bachmann selbst nennt die Erstaufnahmestelle bei Facebook ein „Glücksritter-Heim“.

Fremdenfeindlicher Aufkleber in Freital
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„Asyl-Wahn Stoppen - Nein zum Heim - Wutbürger“ klebt an einem Laternenmast in unmittelbarer Nähe des Leonardo-Hotels in Freital. Zur Erstaufnahme von Flüchtlingen nutzt Sachsen vorübergehend ein Hotel in Freital bei Dresden. Die Demonstranten nutzen die selben Vorurteile, das selbe Vokabular, das montags bei den Pegida-Kundgebungen in Dresden zu hören ist, zu denen allwöchentlich noch immer zwischen ein- und zweitausend Menschen strömen.

Asylunterkunft in Freitaler Hotel
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Das Streitobjekt: Das Leonardo-Hotel in Freital. Seit Wochen gibt es gegen die Unterbringung der Asylbewerber Proteste in der nur 20 Autominuten vom Zentrum Dresdens entfernten Stadt. Doch seit die Landesdirektion am Montag angekündigt hat, neben den rund 100 bereits vom Landkreis untergebrachten Flüchtlingen noch Platz für bis zu 280 weitere Erstaufnahmen zu schaffen, schlagen die Wellen hoch.

Protest gegen Flüchtlinge in Freital
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In der sächsischen Kleinstadt Freital hat die Polizei mit einem Großaufgebot demonstrierende Befürworter und Gegner eines Asylbewerberheims auseinandergehalten. 200 Unterstützer des Asylbewerberheims hätten sich in der Nacht zum Mittwoch rund um das Gebäude, ein ehemaliges Hotel, postiert, sagte der Polizeiführer vom Dienst in Dresden.

Gegendemonstranten in Freital
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Ihnen hätten 80 Gegner gegenübergestanden, aus deren Reihen vereinzelt Eier auf die Befürworter geworfen worden seien. Unter ihnen sollen bekannte Mitglieder der gewaltbereiten Neonazi-Szene gewesen sein. Feuerwerkskörper wurden gezündet. Etwa 60 Polizisten seien im Einsatz gewesen, um gewaltsame Zusammenstöße zwischen den beiden Gruppen zu verhindern.

Demonstranten heißen Flüchtlinge Willkommen
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Es habe allerdings heftige verbale Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten gegeben, die teils „unter der Gürtellinie“ gewesen seien, sagte der Polizeibeamte. Gegen 00.30 Uhr hätten sich die Versammlungen aufgelöst, 30 Befürworter des Heims seien aber zunächst vor Ort geblieben. Am frühen Morgen waren es den Angaben zufolge noch drei.

Polizisten schützen Flüchtlinge in Freital
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Die Polizei ist derzeit nach eigenen Angaben rund um die Uhr vor Ort, um Zwischenfälle zu verhindern. Für Mittwoch und Donnerstag wurden weitere Versammlungen rund um das Wohnheim angemeldet. In das Übergangswohnheim waren den Angaben zufolge am Montag rund 130 Asylbewerber eingezogen und am Dienstag etwa 130 weitere.

Bei der Einwohnerversammlung soll etwa 380 Bewohnern die Möglichkeit gegeben werden, Fragen zu stellen und Probleme zu diskutieren. Zugelassen sind nur Einwohner Freitals. Es ist bereits der zweite Anlauf zu einer Bürgerversammlung. Eine erste geplante Zusammenkunft war im März aus Sicherheitsgründen abgesagt worden.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Nach Protesten in Freital: Sachsens Innenminister fordert Sicherheit für Flüchtlinge"

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  • Sehr geehrter Herr Trantow, ich denke seit dem Wochenende ist ein Ende des Spuks in Sicht gekommen. So wird es nicht weitergehen, dieser Herr Ulbig und seine CDU werden sich noch wundern. Es wird bald ein anderer Wind in Deutschland wehen.
    Leider muss erst eine Partei wie die AfD gegründet werden damit hier bestehende Gesetze eingehalten werden und sich somit das Asyl-Flüchtlings- oder Wirtschaftsreisendenproblem erledigen wird.

  • Wer sorgt für die Sicherheit deutscher Bürger vor den Straftataten der kriminellen, arbeitsscheuen Sozialschmarotzer aus dem Ausland, die sich weigern mit den Nachbar in Frieden zu leben: Wieso ist die Vermüllung und Zerstörung der sanitären Anlagen eine Kulturbereicherung? Warum klagen unsere Grenzbewohnern über den Anstieg der Kriminalität in Grenzgebieten? Dürfen nur noch Ausländer geschützt werden?

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