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Nach Protestwelle: Schavan verteidigt Studiengebühren

Die Bundesbildungsminsterin kann die Aufregung um Studiengebühren nicht verstehen. Die Proteste seien ungerechtfertigt, schließlich müsse auch zahlen, wer den Meistergrad erlangen will. Auch in Sachen Bologna werde es keine grundsätzlichen Änderungen geben.

HB HAMBURG. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat mit Unverständnis auf die Studenten-Proteste gegen Studiengebühren reagiert. Studiengebühren seien international üblich und auch gerecht, sagte sie dem "Hamburger Abendblatt". Niemand spreche in Deutschland darüber, dass Handwerker zum Erwerb des Meistertitels viel Geld ausgeben müssen. "Warum sollten Akademiker die Einzigen sein, die bis zum Tag des Examens nichts zahlen?", fragte die Ministerin. Zudem wies sie Forderungen nach grundlegenden Veränderungen der Bologna-Reform zurück.

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"Die Bologna-Reform ist ein großes internationales Projekt, das für Studierende in Deutschland große Chancen bietet", sagte Schavan. "Korrekturen sind beschlossen und werden umgesetzt, aber eine Generalrevision wird es nicht geben."

Die Ministerin kündigte zugleich eine deutsche Forschungsoffensive zum Schutz des Weltklimas an. Die Bundesregierung sei bereit, in den nächsten sechs Jahren rund zwei Mrd. Euro in Klima- und Nachhaltigkeitsforschung zu investieren, sagte Schavan. "Das wird ein Schwerpunkt unserer Forschungspolitik." Ein entsprechendes Rahmenprogramm werde sie in wenigen Wochen vorstellen.

  • 24.12.2009, 21:58 UhrW. Fischer

    Sehr geehrte Frau Ministerin Schavan, sie sprechen "die bologna-Reform ist ein großes internationales Projekt, das für Studierende in Deutschland große Chancen bietet", bitte erklären sie mir welche Chancen??? Unsere Studierenden in der Vergangenheit, waren wegen ihrer guten bis sehr guten Studienabschlüsse in der ganzen Welt gefragt. Als warum bologna??? Weiter kündigen sie eine Forschungsoffensive zum Schutz des Weltklimas an. Die bundesregierung sei bereit, in den nächsten sechs Jahren rund zwei Mrd. Euro in Klima- und Nachhaltigkeitsforschung zu investieren, woher nehmen sie das Geld? Welche Firmen stoßen sich gesund? Welche Unis erhalten aus diesem noch nicht vorhandenen Topf das Geld? Alles noch ungeklärte und nicht ausgegorene Überlegungen. Frau Minister Schavan, nehmen sie ihre Professur im Wintersemester 2009/2010 in berlin war, und verschonen sie uns mit ihren Ankündigungen.

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