Nach Rassismus-Vorwürfen wegen FDP-Bashing
Steinbrück-Sprecher löscht Facebook-Profil

Peer Steinbrücks neuer Pressesprecher, Rolf Kleine, steht bereits unter Druck. Wegen eines umstrittenen Facebook-Postings fordert die FDP seinen Rücktritt. Nun ist Kleines Facebook-Profil verschwunden.
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Es war sein Beitrag zur Landtagswahl in Niedersachsen. Zu sehen war ein Foto des vietnamesischen Generals und Guerillakämpfers Võ Nguyên Giáp mit der Bildunterschrift “Die FDP ist wieder da”. Dass nicht nur seine Vita, sondern auch sein Facebook-Profil ins Visier der politischen Konkurrenz gerät, durfte Kleine jetzt auf die harte Tour lernen.

Nicht weniger als “Alltagsrassismus” werfen die Liberalen dem 52-Jährigen vor. "Wer über sein öffentliches Facebook-Profil ein Foto des vietnamesischen Generals und Guerillakämpfers Võ Nguyên Giáp mit der Bildunterschrift ,Die FDP ist wieder da!' postet, darf im politischen Umfeld nichts zu sagen haben”, erklärt der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker, in der Welt. Er fordert Steinbrück auf, seinen neuen Sprecher zu entlassen.

Würde der SPD-Spitzenpolitiker diese Forderung tatsächlich in die Tat umsetzen, wäre es wohl die kürzeste Zeit, die ein Pressesprecher eines Kanzlerkandidaten im Amt war. Erst am Montag präsentierte Steinbrück den medienerfahrenen Kleine der Presse. Schon zuvor war der SPD-Wahlkampf alles andere als glatt verlaufen. Zu Jahresbeginn sorgte Steinbrück für Schlagzeilen, als er im Interview das Kanzlergehalt als zu gering bezeichnete. Derlei Versäumnisse sollen ein Grund sein, warum Donnermeyer gehen musste. Für Steinbrück brechen nun die letzten 100 Tage des Wahlkampfes an.

Inwiefern der ehemalige Leiter des Berliner Bild-Büros ihm bei wichtigen politischen Themen unter die Arme greifen kann, ist unklar. Zuletzt war Kleine als Cheflobbyist für den Immobilienriesen Deutsche Annington tätig. Böse Zungen sprechen von einer “Immobilen-Heuschrecke”. Zum Portfolio des Unternehmen zählen unter anderem 180.000 Wohnungen in Deutschland. Der Konzern mit Sitz in Bochum strebt an die Börse. Bezahlbare Wohnungen sind eines der zentralen Themen im SPD-Wahlkampf. Da macht sich der ehemalige Lobbyist einer Immobilien-"Heuschrecke" an der Spitze des Wahlkampfteams auch nur bedingt gut.

Doch der jüngste Vorfall zeigt, dass auch ein erfahrener Medienmann und Lobbyist vor den Tücken sozialer Netzwerke nicht gefeit ist. Beiträge rutschen zwar in der Timeline nach unten, dennoch geht nichts verloren. In der Vergangenheit entpuppten sich Facebook, Twitter und Co. schon des öfteren als Karrierekiller. Der wohl prominenteste Fall war die Nackt-Affäre um den US-Politiker Anthony Weiner, der schließlich zurücktreten musste. Kleine selbst zog jetzt allem Anschein nach die Notbremse und ließ sein Facebook-Profil aus der Öffentlichkeit verschwinden. Die SPD und Steinbrücks Wahlkampfteam äußerten sich bislang nicht zu dem Vorfall.

Souveräne Kommunikation geht anders.

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  • WIE WÄR'S MAL MIT DAMIT ECHTEN RASSISMUS ZU BEKÄMPFEN?!

    Während die Herren und Damen von der FDP und SPD regelmäßig zu Wahlkampfzwecken in künstliche Empörungsorgien verfallen, wenn Herr Rössler durch den "Alltagsrassismus" von Facebook-Karrikaturen oder Aussagen von Parteikollegen gibt es einen Alltagsrassismus, dessen Ausmaß weit größer ist und dessen Folgen häufig extremer sind: Der A l l t a g s r a s s i s m u s, der sich gegen Deutsche und andere ethnische Europäer richtet.

    Dieser Rassismus manifestiert sich etwa durch Ausgrenzung an Schulen:
    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/jung/mobbing-in-der-schule/deutschenfeindlichkeit-gequaelt-und-ausgegrenzt-schueler-mobbing-11063449.html

    Er zeigt sich aber auch durch Gewalt:
    http://vaterland.wordpress.com/rassismus-gegen-deutsche-archiv/

    Was hat die Politik außer von folgenlosen Lippenbekenntnissen jemals gegen Rassismus/rassistische Gewalt gegen Deutsche respektive Europäer unternommen? - Nichts. Absolut gar nichts.

    Nicht einmal eine der durch Steuergelder finanzierten "Antirassismus-Organisationen" beschäftigt sich mit diesem Phänomen. Im Gegenteil Organisationen wie die "Amadeo Antonio Stiftung" leugnen die bloße Existenz dieses Rassismus ab, ja beziehen selbst Positionen die dezidiert antideutsch und antieuropäische rassistisch sind:
    http://ernstfall.org/2012/11/15/kampagne-gegen-die-identitaeren-ehemalige-stasi-agentin/

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    Hier haben wir es mit einem Rassismus zu tun, die weder richtig bekämpft wird, die ja sogar weithin abgeleugnet wird.

  • Als Ergänzung zu der bisherigen Diskussion, meine dritte Mail an den SPD Parteivorstand und in Persona Fr. Manuela Schwesig, von denen bisher keine Antwort einging:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    in meiner letzten Email bat ich Sie um eine rechtsverbindliche Auskunft zu dem Vertragswerk zwischen der SPD und dem ZDF im Rahmen der Übertragung der 150. Jahrfeier und den damit für den Gebührenzahler (GEZ) verursachten Kosten. Leider ist bisher von Ihnen keine Antwort eingegangen.

    Ich bitte Sie erneut um eine rechtsverbindliche Auskunft zu den nachstehenden Fragestellungen:

    1. Wer hat den Vertrag mit dem ZDF im Rahmen der vorstehend genannten Veranstaltung seitens der SPD unterschrieben und zeichnet damit verantwortlich?
    2. Welche Kosten sind dem Gebührenzahler entstanden?
    3. Wurden seitens der SPD vom ZDF oder Dritten durch veräußerte Rechte an der Übertragung Einnahmen generiert?

    Des weiteren bitte ich um Ihre aktuelle Einschätzung zu den Vorwürfen in Bezug auf Ihren neuen Pressesprecher Hr. Rolf Kleine, der auf seinem facebook-Profil Alltagsrassismus in Form von "Die FDP ist wieder da" zu einem Bild von Hr. General und Guerillakämpfer Võ Nguyên Giáp geäußert hat.

    Mit freundlichen Grüßen

  • "Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren."

    Daß Herr Steinbrück diese Frage so beantwortet hätte Jörg- Uwe Hahn sicher nicht gedacht. Es wäre interessant was Günter Rudolph von der Hessen SPD dazu sagt. Auch Tarek Al-Wazir von den Grünen, oder die stellvertetende SPD-Vorsitzende Aydan Özoguz. Oder einfach alle jene, die Hahn Rassissmus unterstellten und nun einen Sprecher unterstützen müssen, dem der Vietnamesen-Witz nicht fremd ist.

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