Nach Reha Wahlkampf-Einstieg
Althaus plant Rückkehr in Trippelschritten

Nach seiner Entlassung aus der stationären Rehabilitation will der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus nach Ostern schrittweise wieder in die Politik zurückkehren. Es sei ihm bewusst, dass für die Wahl am 30. August seine „ganze Kraft gefordert“ sei, sagte Althaus bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Ski-Unfall.

HB ALLENSBACH. Die ambulante Phase seiner Therapie werde „noch Ostern einnehmen“, danach werde er die politischen Geschäfte nach und nach wieder übernehmen, sagte der CDU-Politiker am Mittwochmorgen in Allensbach. Dort verließ er zweieinhalb Monate nach seinem schweren Skiunfall in Österreich die Rehabilitationsklinik, um nach Thüringen zurückzukehren.

Althaus wirkte körperlich fit, aber schmal. Er berichtete, dass besonders in den letzten zwei bis drei Wochen seine Heilung große Fortschritte gemacht habe.

Am frühen Nachmittag wird der Landesvater in seinem Heimatort Heiligenstadt erwartet. „Ich freue mich, dass ich in meine Heimat zurückkehren und dort die ambulante Rehabilitation fortsetzen kann“, sagte Althaus beim Verlassen der Kliniken Schmieder in Allensbach. Nach der ambulanten Rehabilitation werde er auch in den Wahlkampf für die Landtagswahl am 30. August einsteigen.

Der schwere Skiunfall am Neujahrstag, bei dem eine Frau ums Leben kam, und die Zeit danach hätten ihn natürlich geprägt, sagte der CDU-Politiker. Er habe „sehr darüber nachgedacht“ und habe auch die Verantwortung übernommen. Das Ereignis werde ihn noch weiter begleiten. Zu Kritik an seinem Interview in der „Bild“-Zeitung bei gleichzeitigem Fernbleiben vom CDU-Parteitag am vergangenen Wochenende sagte Althaus, er habe ausreichend mit seinen Parteigenossen kommuniziert und werde das auch weiterhin tun. „Ich freue mich jetzt, wieder in Thüringen zu sein, dann können wir sicher wieder die ein oder andere Unstimmigkeit vorbeischieben“, sagte er.

Althaus behandelnder Arzt der Kliniken Schmieder hatte am Dienstag angekündigt, dass der CDU-Politiker noch in dieser Woche in Thüringen mit der ambulanten Rehabilitation beginnen werde, die aller Voraussicht nach bis in den Frühsommer dauern werde. Das Ende der stationären Behandlungsphase sei aber nicht gleichbedeutend mit einer sofortigen Wiederaufnahme seiner politischen Tätigkeit. Althaus' Analysefähigkeit sei „klar und präzise“ und er könne wieder anspruchsvolle Tätigkeiten ausführen, aber seine Belastbarkeitsdauer sei noch nicht ausreichend, um in den kommenden Wochen wieder voll politisch tätig werden zu können.

Am Wochenende war Althaus in Abwesenheit zum Spitzenkandidaten der thüringischen CDU für die Landtagswahl am 30. August gewählt worden. Seine jüngsten Interviews zu seinem Skiunfall vom Neujahrstag hatten thüringische Oppositionspolitiker als Inszenierung kritisiert.

Der Spitzenkandidat der Linken für die Landtagswahl, Bodo Ramelow, kritisierte Althaus' Medienauftritte erneut. „Ein Ministerpräsident ist entweder anwesend und führt das Land, oder er ist als Privatperson erkrankt und hat dann eine gewisse Zurückhaltungspflicht“, sagte er dem Radiosender NDR Info.

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