Nach Rücktritt
Union hofft auf Comeback von Guttenberg

Nach dem Rücktritt von Minister Guttenberg mehren sich die Stimmen aus der Union, die auf eine baldige Rückkehr des CSU-Politikers setzen. Parteienforscher Langguth sieht ihn schon als Seehofer-Herausforderer.
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Berlin/DüsseldorfKaum ist der Minister abgetreten, hoffen die ersten Unionspolitiker bereits auf eine Rückkehr.

„In einer offenen Gesellschaft hat jeder eine zweite Chance verdient“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Joachim Pfeiffer (CDU), am Mittwoch zu Handelsblatt Online. Guttenberg habe in kurzer Zeit zwei Ministerien überaus erfolgreich geführt und dabei große Verdienste erreicht. „So viele talentierte Politiker hat die politische Klasse in Deutschland nicht, als dass man auf Guttenberg verzichten könnte“, sagte auch der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl, der „Mitteldeutschen Zeitung“.

Er hoffe, dass Guttenberg der Union als Politiker erhalten bleibe und seine Rückkehr so bald wie möglich stattfinden könne. Schließlich gäbe es Fälle, in denen bei Politikern sehr viel mehr kriminelle Energie vorhanden gewesen sei als bei Guttenberg und die auch zurückgekehrt seien, erklärte der CSU-Politiker. Nach Einschätzung des Parteienforschers Gerd Langguth dürfte Guttenberg gestärkt aus der Plagiatsaffäre hervorgehen und könnte sich damit zu einem ernsthaften Konkurrenten für CSU-Chef Horst Seehofer entwickeln. „Sein Rücktritt ermöglicht ihm ein Comeback“, sagte der Professor an der Universität Bonn Handelsblatt Online. „Dadurch, dass er der Bevölkerung Anteil an seiner politischen und menschlichen Erschöpfung gibt, gewinnt er bei ihr neue Sympathien“, ist sich Langguth sicher. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer solle sich daher nicht zu früh freuen.

„Jetzt könnte Herr zu Guttenberg noch interessierter sein, ihn bald als CSU-Vorsitzenden zu beerben oder sogar als Ministerpräsident.“ Guttenberg brauche irgendwann ein neues, ihm eigene Autorität verleihendes Amt. „Zunächst ist aber ein Bußgang angesagt, dem sicherlich ein Hochamt folgen wird.“

Dessen ungeachtet sprach Langguth von einem überraschenden Schritt Guttenbergs, da Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Seehofer ihn zunächst im „Durchhalten“ bestärkt hatten. „Die Erklärung zu Guttenbergs ist durchaus honorig, sie kam jedoch 5 Minuten vor 12“, sagte der Politikwissenschaftler. Es handele sich in erster Linie um einen “Befreiungsschlag für zu Guttenberg“, der sich mit den Durchhalteparolen Merkels und Seehofers in deren Abhängigkeit begeben hatte. „Aber auch für die Union hat dieser Schritt angesichts der massiven innerparteilichen Kritik an Merkel, die ja meinte, sie habe zu Guttenberg nicht als Wissenschaftler, sondern als Verteidigungsminister eingestellt, Vorteile“, sagte Langguth und fügte hinzu: „Vermutlich dürfte die CSU darauf beharren, weiterhin das Amt der Verteidigungsministers zu stellen.“

Der Generalsekretär der im Landtagswahlkampf stehenden Baden-Württemberg-CDU, Thomas Strobl, erhofft sich weiterhin Hilfe von Guttenberg, trotz dessen Ministerrücktritts. In einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“, sagte Strobl: „Wir hätten uns über die Unterstützung von Karl-Theodor zu Guttenberg in unserem Wahlkampf gefreut. Er war uns sehr willkommen. Ich füge aber hinzu, er bleibt uns willkommen und er ist uns auch in Zukunft sehr herzlich willkommen in Baden-Württemberg.“

Zugleich zeigte sich Strobl überzeugt von einer politischen Wiedergeburt des CSU-Politikers zu Guttenberg: „Man soll doch niemals nie sagen! Dafür gibt es eine hinreichende Anzahl von Beispielen. Guttenberg ist ein außerordentlich beliebter und begabter Politiker. Er hat Mist gebaut, ich wünsche ihm aber, dass er persönlich jetzt schnell wieder auf die Beine kommt.“

Mit Blick auf den Rücktritt des Ministers sagte CDU-Wirtschaftsexperte Pfeiffer: Jeder Mensch mache Fehler. Mit "großem Respekt" akzeptiere er daher die "im Ergebnis konsequente Entscheidung" Guttenbergs.

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  • @prinzeugen
    Warum treten Sie nicht an die Stelle von z.Guttenberg? Sie haben doch das Zeug dazu. Beschließen Sie Politiker zu werden.

  • Na ja, bitte nicht ganz so schwarz sehen. Völlig verblödet ist das Volk in seiner Gesamtheit noch nicht, wie die letzten Tage bewiesen haben. Wir befinden und allerding hart an der Schmerzgrenze, abzulesen daran wie die Merkel-CDU versucht die Union auf das Tea-Party Niveau herunter zu zwingen.

  • Warum sind denn diese verlogenen, hinterhältigen Charaktere, die in den letzten Tagen ihr wahres Denken zur Schau gestellt haben Politiker geworden? Weil sie sonst nirgendwo einen Fuß auf den Boden bringen mit ihren unterentwickelten Fähigkeiten. Genauer betrachtet brauchen wir sie gar nicht, zumindest nicht in dieser Menge. Die übrigen Parlamentarier, die noch ein Gespür für Anstand und Gerechtigkeit haben reichen vollkommen aus für das Tagesgeschäft. Mit Hilfe der heutigen Kommunikationsmöglichkeiten können die nichtsnutzigen politischen Ressourcen wegrationalisiert werden oder auch anderen Verwendungen zugeführt werden. Thema: Pflegenotstand, Facharbeitermangel, Priesterschwund usw.

    So jetzt sollte ich wieder auf produktivere Tätigkeiten konzentrieren.

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