Nach RWE erhöht auch Vattenfall Endkundentarife
Wirtschaft und Politik streiten um Energiepreis

Nachdem neben RWE nun auch der Energiekonzern Vattenfall Strompreiserhöhungen für Endkunden angekündigt hat, haben sowohl Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) als auch Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) Kritik an den Unternehmen geübt.

HB BERLIN. Offenkundig sei deren Preispolitik mit „Monopolsituationen“ zu erklären, sagte Trittin dem Handelsblatt und forderte eine rasche Umsetzung der neuen Wettbewerbsaufsicht über die Energiemärkte. Dabei wies er die Argumentation der Wirtschaft zurück, die staatlich vorgegebene Förderung erneuerbarer Energien mache Preiserhöhungen nötig. „Durchsichtiger geht es nicht“, sagte er. 2003 sei die Menge eingespeisten Ökostroms nicht gestiegen, überdies habe Rot-Grün die Fördersätze zum 1. August 2004 gesenkt.

Clement kritisierte die Erhöhungen als „nicht angebracht“ und lobte die laufenden Untersuchungen durch das Bundeskartellamt. Vattenfall hatte angekündigt, bei seinen Töchtern HEW in Hamburg und Bewag in Berlin die Endkundentarife zum 1. Januar 2005 um vier bis sechs Prozent anheben zu wollen.

Dagegen will Deutschlands größter Gasimporteur Eon-Ruhrgas die Preise in diesem Herbst weniger stark anheben als zunächst angekündigt. Das Unternehmen werde den Gaspreis zum 1. Oktober „nicht um acht, sondern lediglich um vier Prozent erhöhen“, sagte Vorstandschef Burckhard Bergmann dem „Spiegel“. Allerdings bestritt er, dass dies eine Reaktion auf die Energiepreisdebatte sei. Referenzmaßstab für die Oktober-Preisrunde ist nach der Ruhrgas-Vertragspolitik die Ölpreisentwicklung im Zeitraum bis Juni 2004. Zur Mitte des Jahres hatte sich der Ölmarkt etwas entspannt. Der jüngste starke Ölpreisanstieg setzte erst im Juli ein. Zur Entwicklung des Gaspreises im kommenden Jahr wollte sich Bergmann noch nicht festlegen.

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