Nach Scheitern des Feiertag-Plans
Debatte um 40-Stunden-Woche entbrannt

Nach Vorstellungen der Industrie und der Union sollten die Deutschen die Konjunktur mit mehr Arbeit und weniger Urlaub ankurbeln. „Wenn wir zur 40-Stunden-Woche zurückkehrten, entspräche dies dem Streichen von elf Feiertagen“, sagte Industriepräsident Michael Rogowski. CSU-Chef Edmund Stoiber schlug vor, auf Urlaubstage zu verzichten. SPD-Chef Franz Müntefering sprach indes von einer ziellosen Debatte.

HB BERLIN. Es sei Sache der Tarifpartner, und nicht der Politik, die Arbeitszeit auszuhandeln. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erteilte einer Verlängerung der Arbeitszeit oder Kürzung von Urlaub eine klare Absage.

Die Pläne zur Verlegung des Nationalfeiertages hatten quer durch alle Lager Protest ausgelöst. Eichel hatte daraufhin die Kritiker aufgefordert, eigene Ideen vorzulegen. Von einem Tag Mehrarbeit hatte sich die Regierung Mehreinnahmen erhofft, um 2005 die Vorgaben des Euro-Stabilitätspaktes einhalten zu können. Clement sagte, es fehlten etwa zwei Mrd. €.

Stoiber sagte der „Bild am Sonntag“, ein Feiertag weniger habe ökonomisch kaum Wirkung: „Wir müssen in Deutschland alle wieder ein Stück mehr arbeiten. Also Rückkehr zur 40-Stunden-Woche als Richtgröße in unseren Betrieben und Amtsstuben und den Titel des Urlaubsweltmeisters abgeben.“ Auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte: „Wir brauchen (...) eine Entscheidung für die 40-Stunden-Woche.“

Der SPD-Finanzpolitiker Joachim Poß warf Stoiber im „Tagesspiegel am Sonntag“ vor, er greife „aus argumentativer Not voll in die Kiste der Rechtsansprüche von Arbeitnehmern“. Ein Verdi-Sprecher sagte dem „Tagesspiegel“ (Montagausgabe), die Vorschläge aus Industrie und Union seien mit der Gewerkschaft nicht zu machen. Eine Verlängerung der Arbeitszeit würde Jobs vernichten. Eine Arbeitszeitverlängerung im Öffentlichen Dienst auf 42 Stunden pro Woche würde allein 150 000 Stellen kosten.

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