Nach Übergriffen in Köln: Syrische Flüchtlinge fürchten um ihren Ruf

Nach Übergriffen in Köln
Syrische Flüchtlinge fürchten um ihren Ruf

Die Übergriffe auf Frauen schockieren auch syrische Migranten. Sie fordern harten Strafen und die Abschiebung der Täter. Und machen für die Attacken auch Nordafrikaner verantwortlich, die sich als Flüchtlinge ausgeben.

BerlinNicht nur die deutsche Gesellschaft ist entsetzt über die Mob-Attacken auf Frauen in der Silvesternacht. Auch viele Flüchtlinge sind schockiert über diesen toxischen Mix aus sexueller Gewalt und Diebstahl, der sich im Schatten des Kölner Doms entlud. Sie haben außerdem Angst, dass die kriminellen Machenschaften einiger Zuwanderer ihren Start in der neuen Heimat zusätzlich erschweren könnten.

Die Täter solle man „hart bestrafen“, „ins Gefängnis stecken“ oder „sofort abschieben“, fordern Mitglieder der Facebook-Gruppe „Syrische Flüchtlinge in Deutschland“. „Das war barbarisch“ oder „Diese Leute sind völlig zurückgeblieben“ liest man in Internet-Foren syrischer Flüchtlinge, in denen sich sonst vor allem Deutsch-Vokabeln und praktische Fragen zu den Abläufen in der deutschen Bürokratie finden.

Ein junger Syrer gibt dort Tipps, wie man auf höfliche Art deutsche Frauen kennenlernen kann: „Zieh dich gut an“ und „Frag nach dem Weg“.

„Ein Vorurteil ist schnell da, aber es wieder zu korrigieren, ist sehr viel schwerer“, warnt die in Deutschland lebende palästinensisch-syrische Journalistin Riham al-Kousaa in einem Beitrag für das Magazin „Cicero“. Es sei traurig, dass die Täter von Köln offensichtlich nicht begriffen hätten, „dass sie nicht nur den Opfern und sich selbst geschadet haben. Sie schaden den Tausenden, die ihre Heimat wegen genau solcher Verbrecher verlassen haben.“

„Ich will nicht behaupten, dass da nicht auch Syrer oder Iraker dabei waren. Aber man sollte nicht vergessen, dass in der letzten Zeit auch viele Libanesen und Nordafrikaner als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, die sich als Syrer ausgegeben haben“, sagt der syrische Flüchtling Hassan al-Aswad, der mit seiner Familie in Hannover lebt.

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