Nach Urteil: Zumwinkel tritt nach

Nach Urteil
Zumwinkel tritt nach

Der ehemalige Postchef Klaus Zumwinkel fühlt sich ungerecht behandelt. Nach dem Urteil klagt er über Gesetzesbrüche der Strafverfolger: Diese gaben laut Zumwinkel Daten an Medien weiter. Dennoch zeigte Zumwinkel sich erleichtert über den Abschluss des Verfahrens.

HB DÜSSELDORF. Deutschlands bekanntester Steuersünder Klaus Zumwinkel fühlt sich von den Justizbehörden bewusst an den Pranger gestellt. Sein Vertrauen in den Rechtsstaat habe gelitten. Als Prominenter wird man anders behandelt als Menschen, die nicht so im Licht der Öffentlichkeit stehen“, sagte der wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe verurteilte Ex-Post-Chef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Ich habe meine Fehler gemacht, und die Behörden haben ihre Fehler gemacht.“

Zumwinkel beklagte unter anderem, dass der Termin und die Tatsache der Durchsuchung seines Privathauses öffentlich bekanntgeworden seien. Zudem sei es verboten, Akten mit Steuerdaten oder persönliche Eindrücke aus der Durchsuchung weiterzugeben. „Der Verrat von Informationen kam von Seiten der Behörden“, sagte Zumwinkel. „Aus diesen Gesetzesbrüchen ist dann die mediale Hinrichtung geworden.“ Er selbst wolle künftig selbstständig als Unternehmer und Investor arbeiten. Seine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Post-Stiftung und dem Institut zur Zukunft der Arbeit wolle er weiterführen. Ob er seinen Wohnsitz in Köln behalten werde, wisse er noch nicht.

Zumwinkel sagte weiter, in den vergangenen Monaten hätten er und seine Familie bitter büßen müssen. Es habe Telefonterror, Nachstellungen und Erpresserbriege gegeben. Nun warte jedoch ein neuer Lebensabschnitt auf ihn. Er wolle künftig als Unternehmer und Investor selbstständig arbeiten: „Was genau, wird sich im Laufe des Jahres ergeben“, sagte er dem Blatt.

Er kritisierte zudem, dass bei seinem Verfahren gegen mehrere Gesetze verstoßen worden sei. Sein Vertrauen in den Rechtsstaat habe darunter gelitten, sagte er dem Bonner „General-Anzeiger“. Zumwinkel beklagte vor allem, dass der Termin und die Tatsache seiner Hausdurchsuchung im vergangenen Februar öffentlich bekannt geworden seien. Zudem sei es verboten, Akten mit Steuerdaten und persönliche Eindrücke aus der Durchsuchung weiterzugeben. „Der Verrat von Informationen kam von Seiten der Behörden,“ sagte der Manager. Aus diesen Gesetzesbrüchen sei dann seine „mediale Hinrichtung“ geworden.

Das Bochumer Landgericht hatte den früheren Post-Chef am Montag wegen Steuerhinterziehung in Höhe von fast einer Million Euro zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss der geständige Manager eine Geldbuße in Höhe von einer Million Euro zahlen.

Seite 1:

Zumwinkel tritt nach

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%