Nach Vergütungsverhandlung
Krankenkassenbeitrag bis zu 16 Prozent

Nach der Einigung zwischen Ärzten und Krankenkassen zur zukünftigen Ärztevergütung sind die Schätzungen über den künftigen Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenkasse noch einmal gestiegen. Trotz großer Abweichungen bei den Schätzungen steht fest, dass die Beiträge sich erhöhen dürften.

HB BERLIN/PASSAU. Nach der Erhöhung der Ärztehonorare blühen die Spekulationen über die Höhe des künftigen einheitlichen Krankenkassenbeitrags. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt wollte sich am Samstag noch nicht dazu äußern. Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem rechnete mit 15,5 Prozent gegenüber derzeit durchschnittlich 14,9 Prozent. Die Grünen erwarteten bis zu 16 Prozent.

Die Honorare der Ärzte sollen um gut zehn Prozent steigen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) macht die gegen den Widerstand der Kassen beschlossene Anhebung über 2,7 Milliarden Euro aus und dürfte zu einer Erhöhung des Beitragssatzes von derzeit durchschnittlich 14,9 Prozent um 0,28 Prozentpunkte führen.

Schmidt äußerte sich nicht dazu, wie hoch der Einheitsbeitrag sein könnte, der im Oktober als Voraussetzung für den kommenden Gesundheitsfonds festgelegt werden soll. „Das kann ich noch nicht sagen“, erklärte sie. Die Ministerin verwies darauf, dass die Beratungen des Schätzerkreises und eine Einigung mit den Ländern über eine Reform der Krankenhausfinanzierung noch ausstehen.

Auch Wasem, der bei den Honorarverhandlungen als Schlichter den Ausschlag gab, verwies auf die „offene Baustelle“ Krankenhausfinanzierung. Hier sei noch nicht klar, wie viel die Kliniken erhielten. Er wies darauf hin, dass jede Milliarde Euro mehr einen Zehntelbeitragspunkt ausmacht. „Ich glaube nicht, dass man wesentlich unter 15,5 Prozent bleiben kann“ sagte Wasem der „Passauer Neuen Presse“. Die Erhöhung der Ärztehonorare wird die Versicherten nach seiner Rechnung mit 0,24 bis 0,27 Prozentpunkten belasten. Für die Patienten bringe die Einigung Vorteile, sagte Wasem. „Die Ärzte erhalten mehr Leistungen, die sie erbringen, auch bezahlt. Das bedeutet für die Patienten bessere Chancen, dass sie das, was sie an Leistungen brauchen, erhalten.“

Die Grünen kritisierten den Honorarbeschluss. Die gesundheitspolitische Sprecherin Biggi Bender bemängelte, dass allein die gesetzlich Versicherten die Kosten zu tragen hätten. „Wir sollten auch Steuerzahler und Privatversicherungen an der Finanzierung beteiligen“, sagte sie der „Berliner Zeitung“ (Samstagausgabe). Sie rechne damit, das sich der geplante einheitliche Beitragssatz nun in Richtung 16 Prozent bewege.

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