Nach Vorstandswahlen

Henkel tritt aus AfD aus

Nach den Vorstandswahlen der AfD tritt der frühere Industriepräsident Hans-Olaf Henkel aus der Partei aus. Nach einem Richtungsstreit hatte der rechte Flügel um Frauke Petry die Vorstandswahlen für sich entschieden.
Update: 05.07.2015 - 20:38 Uhr 9 Kommentare
Der rechte Flügel um Frauke Petry hat den wochenlangen Richtungsstreit bei der AfD für sich entschieden. Nun will Hans-Olaf Henkel die Partei verlassen. Quelle: dpa
Hans-Olaf Henkel

Der rechte Flügel um Frauke Petry hat den wochenlangen Richtungsstreit bei der AfD für sich entschieden. Nun will Hans-Olaf Henkel die Partei verlassen.

(Foto: dpa)

BerlinNach dem Sieg des rechten AfD-Flügels bei den Vorstandswahlen auf dem Bundesparteitag verlässt der frühere Industriepräsident Hans-Olaf Henkel nach ZDF-Informationen die Partei. Das meldeten die „heute“-Nachrichten am Sonntagabend auf Twitter. Henkel selbst äußerte sich später ebenfalls auf dem Kurznachrichtendienst:

Auf dem Essener Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) hatte der rechte Flügel um Frauke Petry den wochenlangen Richtungsstreit klar für sich entschieden.

Petry erhielt bei der Wahl zur Ersten Vorsitzenden am Wochenende knapp 60 Prozent der Stimmen. Für ihren Rivalen, den liberal-konservativen Parteigründer Bernd Lucke, votierten rund 38 Prozent. Während Lucke nicht mehr mit Petry zusammenarbeiten will, schloss Petry eine weitere Zusammenarbeit mit Lucke nicht aus.

Petry hielt Lucke und dessen wirtschaftsliberalen Flügel im Kern eine thematische Verengung der AfD auf die Ablehnung der Euro-Rettungspolitik vor. Lucke wirft seinen Gegnern vor, die AfD nicht gegen das rechte Spektrum abzugrenzen und kritisierte unter anderem Kontakte zur Islam-feindlichen Pegida-Bewegung.

Henkel war bereits im April wegen des Richtungsstreits in der AfD als Parteivize zurückgetreten. Er zählt zum Lucke-Lager. Der 75-Jährige war von 1995 bis 2000 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

Zahlreiche Lucke-Anhänger hatten angekündigt, sie wollten die Partei verlassen, falls Petry die Führung übernehmen sollte.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Nach Vorstandswahlen - Henkel tritt aus AfD aus

9 Kommentare zu "Nach Vorstandswahlen: Henkel tritt aus AfD aus"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Und Tschüss ... Alle Warmduscher raus! Damit man sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren kann. Die Partei wird sich finden. In diesem Jahr sind keine Wahlen mehr .... den Rest regelt die ausufernde Zuwanderungsproblematik und die eskalierende Eurokrise - ohne Zutun der AfD. Das werden auch die medialen Schmierfinkaktionen nicht verhindern! Und das ist gut so!

  • Henkel ist ein Wendehals, der ohne Rücksicht auf andere nur sich selbst im Auge hat und der AfD in letzter zeit bewusst geschädigt hat durch seine Aussagen. Lucke sollte mit seinen Vertrauten in jedem Fall (noch) an Bord bleiben und politisch weiter seine wirtschaftsliberalen Themen artikulieren. Er kann doch nicht wirklich das Handtuch schmeissen ... nachdem was er in den letzten 2.5 Jahren investiert und erreicht hat! Er war durch Henkel in jedem Fall schlecht beraten!

    Alle Leser hier müssen doch merken, dass die Mainstream-Presse die AfD zu unrecht verurteilt hat. DIE EUR-Krise hat die AfD haarklein vorhergesagt.

    ALLES WAS IM EUR-RAUM GERADE PASSIERT, WURDEN VON CDUSPDGRÜNE AUSGESCHLOSSEN UND VON DER AFD PROGNOSTIZIERT.

  • Henkel hat auch ursprünglich Schuld an dem Desaster. Er hat begonnen via Presse alle schleht zu machen. Er hat mit den Intrigen begonnen

  • Damit ist der Haupt-Intrigant weg. Ich bin sicher auch kein überzeugter Petry-Anhänger aber es war vor allem dieser Mann, der in den letzten Monaten der AfD sehr viel Schaden zugefügt hat!

  • Die einen begrüßen, die anderen bedauern diesen Schritt.

    Ich begrüße ihn, weil Klarheit hinsichtlich der Position der AfD geschaffen wurde. Alle, die in der AfD eine andere "Partei" sahen, wissen jetzt bescheid.

  • Mit ausschließlich EU-bezogenen Themen kann keine Partei existieren. Und es wäre zu wünschen daß die neue AfD nun die Lücke füllen wird , die in der deutschen Parteienlandschaft seit Jahren besteht. Es fehlt eine wirkliche Volkspartei !

  • Dies nun ist die glorreiche Stunde des siegreichen Untergangs. Die Nationalisten meinen einen Sieg errungen zu haben, sie meinen jetzt da sie die Oberhand erlangt haben, dass sie versöhnlich die Liberalen an sich binden könnten. Doch das ist ein Trugschluss, dieser vermeintliche Sieg wird mit starken Verlusten erkauft. Es mag zwar sein, dass es unter den Liberalen national-liberal orientierte gibt, welche in ökonomischen Fragen liberal denken aber gesellschaftlich doch eher konservativ sind. Doch diese Strömung des Liberalismus ist in Deutschland seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts nur noch eine kleine Minderheit. Es gab in der FDP schon mehrere Versuche einer Verschiebung nach rechts und auch Abspaltungen, alle samt gescheitert. Denn letztlich ist eine liberale Geisteshaltung eine ganzheitliche Grundeinstellung, welche sich nur bedingt mit den Grenzen des Konservatismus anfreunden kann.
    Viele Liberale werden die AfD nun verlassen, da sie sich nicht mit den als zu radikal empfundenen Nationalisten identifizieren können. Der daraus folgende Verlust an innerparteilichem Gegengewicht wird nach und nach eine Radikalisierung, also eine Verlagerung nach rechts, zur Folge haben. Diesen Vorgang werden die konkurrierenden Parteien ausnutzen um die AfD bis zur nächsten Bundestagswahl vollständig zu Diskreditieren und zu Demontieren.
    In den Medien wird man sich der Sache nicht entziehen können und die AfD als ein schauriges Beispiel dafür ausschlachten, wie ein Projekt subversiv unterwandert wird um es sich anzueignen und umzuwidmen. Je nachdem wie sich die AfD verhalten wird, könnte das Ganze auch als ein Umsturz im Sinne der Strategie der neuen Rechten interpretiert werden. Das wird ein Feuerwerk.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "Pöbelei,Intoleranz,Machenschaften"? Lieber Herr Henkel-so etwas nennt man in der Psychologie Projektion-denn das genau war ihre Qualität der politischen Auseinandersetzung mit der national-konservativen Richung in der AfD.Gut das sie austreten-denn eine FDP 2.0 braucht Deutschland nicht.Und lieber Herr Henkel,ihre Art der Pöbelei,Intoleranz und Machenschaften haben mich ehrlich gesagt sehr verwundertt,denn ich emp fand Sie immer als ein sympathisches und belebendes Element in den Talkshows.Aber um Ihre Sprache zu verwenden: Solche Elemente wie Sie braucht weder die AfD noch eine andere Partei-aber das ist ja mittlerweile Konsens-statt zu argumentieren wird ganz schnell mit Schlagworten und Verunglimpfungen und Angriffe auf die Persönlichkeit des politischen Gegeners gearbeitet.Und eins ist klar: Auf Frau Petry wird jetzt täglich in dieser niveaulosen Art und Weise von den Mainstreammedien eingedroschen.Glücklicherweise befindet sich das Handelsblatt nicht auf diesem Niveau.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%