Nach VW-Affäre
Gewerkschaftsfunktionäre sollen Nebeneinkünfte offenlegen

Angesichts der Korruptionsaffäre bei Volkswagen ist die Debatte um Nebeneinkünfte voll entbrannt. Die FDP forderte als weitere Konsequenz für Gewerkschaftsfunktionäre eine Pflicht zur Offenlegung. Zudem stellten die Liberalen erneut das deutsche Mitbestimmungsmodell in Frage.

HB BERLIN. In den Aufsichtsräten der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) säßen führende Gewerkschaftsvertreter wie etwa der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, bei der Deutschen Telekom und der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, bei der Lufthansa, sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die Funktionäre trügen wesentliche Mitverantwortung für die Entwicklung großer Betriebe in Deutschland.

„Daher ist es nötig, für ein hohes Maß an Transparenz zu sorgen“, forderte Niebel. „Denn was in Wolfsburg passiert ist, kann ja wohl nicht die Zukunft der deutschen Mitbestimmung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sein.“ Alle hauptamtlichen Gewerkschaftsfunktionäre sollten zur Offenlegung ihrer Nebentätigkeiten verpflichtet werden.

Die in der Korruptionsaffäre ermittelnde Staatsanwaltschaft Braunschweig will in Kürze angebliche Vergünstigungen für VW-Betriebsräte untersuchen. Medienberichten zufolge hat ein entlassener Mitarbeiter des VW-Personalwesens rund 700 000 Euro über Eigenbelege, also ohne Quittungen, abgerechnet. Angeblich wurden damit Vergünstigungen für Betriebsräte bezahlt.

VW hatte Ende Juni Strafanzeige gegen den entlassenen Mitarbeiter des Personalwesens sowie gegen den früheren Personalvorstand der Konzerntochter Skoda, Helmuth Schuster, gestellt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen beide wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs.

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