Nachfolger-Diskussion läuft
Verwaltungsratmitglied: Gersters Zukunft sieht nicht sehr rosig aus

Am Samstag berät der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA) über die Zukunft von Behördenchef Gerster. In Regierungskreisen würden bereits mehrere Nachfolger diskutiert, heißt es in Presseberichten.

HB BERLIN. Als aussichtsreichste Kandidaten für eine mögliche Nachfolge des Chefs der Bundesagentur für Arbeit (BA), Florian Gertser, werden nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Spiegel» der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Alfred Tacke, sowie der Telekom-Personalvorstand Heinz Klinkhammer, gehandelt. Das Magazin beruft sich bei seinem Bericht auf Informationen aus Regierungskreisen. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus» favorisiert die Bundesregierung dagegen das BA-Vorstandsmitglied Frank-Jürgen Weise.

Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit kommt am Samstag in Nürnberg zu einer Krisensitzung zusammen, um über die Zukunft von Behördenchef Gerster zu beraten. Die 21 Mitglieder wollen über den Bericht der Innenrevision diskutieren, der sich mit der Vergabe von Beraterverträgen durch die Agentur beschäftigt. Zeitungsberichten zufolge will das Gremium Gerster das Misstrauen aussprechen. In einem solchen Fall müsste aber dennoch die Bundesregierung über eine Entlassung Gersters entscheiden.

Wie der «Spiegel» weiter berichtet, sind in mehreren Fällen Verstöße gegen die Vergabevorschriften nachgewiesen worden. Danach kam es bei zwei der 49 untersuchten Vergabeverfahren zu gravierenden Verstößen. Betroffen seien ein Auftrag für das Beratungsunternehmen Roland Berger sowie einer für die Computerfirma IBM. Zwei weitere Verfahren hätten so viele Mängel enthalten, dass sie nach Ansicht der Revisoren das Risiko für juristische Einwände bieten könnten. Zehn Verfahren hätten kleinere Fehler enthalten. Die übrigen Verfahren seien ordnungsgemäß abgewickelt worden.

Der bayerische Sozialstaatsekretär Jürgen Heike (CSU) sagte vor der Sitzung des Verwaltungsrates, sechs Beraterverträge seien strittig, einer davon sei hundertprozentig rechtswidrig. Er rechne aber damit, dass weitere dazu kommen würden. Die sieben Vertreter der öffentlichen Hand hätten sich auf eine einheitliche Linie geeinigt. Diese Gruppe sei zu der Einschätzung gekommen, dass das Vertrauensverhältnis zu Gerster erheblich gestört sei. Für Gerster sehe es nicht sehr rosig aus, sagte er.

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