Nachgefragt
„Keine falsche Botschaft“

Reinhard Bütikofer nimmt im Handelsblatt-Interview Stellung zur Innovationsoffensive der Regierung, Elite-Universitäten und überlegt, woher mehr Geld für die Forschung kommen soll.

Herr Bütikofer, der Kanzler treibt mit Macht seine Innovationsoffensive voran – gegen die Grünen?

Keinesfalls. Die strategische Orientierung der Offensive geht genau in die richtige Richtung. Die Hauptaufgabe 2004 ist eine breit angelegte – auch von der Wirtschaft mitgetragene – Initiative für Bildung, Wissenschaft und Innovation. Wir müssen nun die Wachstumskräfte entfalten, für die wir mit den Reformen 2003 den Spielraum geschaffen haben.

Der Kanzler sieht „Forschungsrestriktionen“ für die Biotechnologie.

Das Stammzellengesetz, das der Bundestag interfraktionell beschlossen hat, ist gut. Die deutschen Stammzellforscher können damit arbeiten. Solange mir niemand sagen kann, dass das Gesetz den Handlungsspielraum für die Forschung unnötig verengt, sehe ich keinen Grund, mich mit Gerhard Schröder darüber neu zu streiten. Schon gar nicht, wenn ich höre, dass ein berühmter Stammzellforscher, Hans Schöler, aus den USA zurück nach Münster kommt

.

Wo weist ihr Ansatz nach vorn?

Die regenerativen Energien haben gezeigt, dass man mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben und international erfolgreich sein kann. Aber wir wollen zum Beispiel auch eine Innovationsallianz mit der Chemieindustrie. Es macht ja keinen Sinn, diese im Zuge der EU-Novelle mit so drastischen Dokumentationspflichten zu überziehen, dass die hinterher niemand auswerten kann. Die Chemie selbst hat, aus Eigeninteresse, große Fortschritte bei Ressourcen- und Energieeffizienz gemacht – da geht noch mehr. Das passt sehr gut zu unserem Nachhaltigkeitsprinzip, auf das sich im Übrigen viele Firmenchefs verpflichten. Eine Wachstumspolitik, die so tut, als könnten wir zurück in die 70er Jahre, hätte wesentlich weniger ökonomische Chancen als eine, die ökologische Innovation bewusst als Stärke nutzt. Ökologie ist eine optimistische Sache. Wir fragen nicht nur, welches Risiko müssen wir ausschließen, sondern wir sagen, wie wir nach vorn kommen.

Aber die Ökosteuer....

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