Nachgefragt: Peter Bofinger
„Der Stabi-Pakt muss Inflation begrenzen“

Der 49-jährige Geldtheoretiker Peter Bofinger tritt im März die Nachfolge von Jürgen Kromphardt im Sachverständigenrat an. Wie sein Vorgänger kommt Bofinger auf Vorschlag der Gewerkschaften in das Gremium. Bofinger ist sein neuer Arbeitsplatz im Statistischen Bundesamt bestens bekannt. Von 1978 bis 1981 arbeitete er im Stab des Rates.

Herr Professor Bofinger, die größte Gefahr für den Aufschwung in Deutschland scheint die Dollar-Schwäche zu sein. Sollte die EZB intervenieren?

Damit es wirklich zu einem Aufschwung kommt, brauchen wir Export-Wachstum, und dazu leistet die Euro-Aufwertung sicher keinen Beitrag. Die von EZB-Präsident Trichet geäußerte Sorge über die Dollar-Schwäche hat zwar zunächst etwas geholfen, den Kursverfall zu bremsen. Wenn der Euro-Kurs aber wieder Fahrt aufnimmt, sollte die EZB auch mal die Zähne zeigen.

Also Devisenmarkt-Interventionen?

Es spricht nichts dagegen, dass die EZB versuchen sollte, den Dollar zu stützen, anstatt wie bisher Dollar zu verkaufen. Gelänge es, durch geschicktes Währungsmanagement, den Euro dieses Jahr bei 1,20 statt bei 1,30 im Verhältnis zum Dollar zu halten, wäre dies ein echter Nutzen für die Euro-Zone. Zudem wäre es kein Schaden, wenn sich im EZB-Portfolio ein paar Milliarden Dollar mehr befänden.

Würden Wechselkurs-Bandbreiten für mehr Stabilität der Weltwirtschaft sorgen?

Auf jeden Fall sollte sich die Politik über eine Welt-Währungsordnung Gedanken machen. Derzeit gibt es keine Regeln; jeder kann seine Wechselkurspolitik national so gestalten, wie er will. Das Ergebnis ist aber nicht optimal. Das Beispiel China zeigt, dass eine national eventuell richtige Währungspolitik für den Rest der Welt schädlich sein kann.

Hätten Politik und EZB die dreijährige Konjunkturkrise besser bewältigen können?

Seite 1:

„Der Stabi-Pakt muss Inflation begrenzen“

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%