Nachschlag von 65 Millionen Euro gefordert: Neue Hürden für Tiefwasserhafen Wilhelmshaven

Nachschlag von 65 Millionen Euro gefordert
Neue Hürden für Tiefwasserhafen Wilhelmshaven

Der Baubeginn des großen Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven verzögert sich weiter. Nach dem gewonnen Gerichtsstreit mit dem Konzern Hochtief hat die Bunte-Gruppe, ein Zusammenschluss mittelständischer Baufirmen, eine saftige Nachforderung gestellt.

HB WILHELMSHAVEN. Noch vor Baubeginn hat der Generalunternehmer Bunte einen Zuschlag von 65 Millionen Euro entsprechend mehr als 13 Prozent gefordert. „Ein Schriftsatz mit dieser Forderung liegt vor“, bestätigte Helmut Werner von der staatlichen Hafenrealisierungsgesellschaft einen Zeitungsbericht. Bisher waren 480 Millionen Euro für das gigantische Projekt mit dem Namen Jadeweserport vorgesehen.

Die Firmengruppe Bunte hatte laut Werner schon nach Auftragserteilung im September Mehrkosten über die vereinbarten 480 Millionen Euro für das erste Baulos hinaus angemeldet. Das sei nicht unüblich. „Die Forderung erschreckt uns nicht, weil darüber zu verhandeln ist“, sagte Werner.

Der in Bremen erscheinende „Weser-Kurier“ hatte gemeldet, Bunte begründe die Nachforderungen mit höheren Stahlpreisen für Spundwand und Rohre sowie höheren Treibstoffkosten. Die Firma wirft der Hafenrealisierungsgesellschaft dem Blatt zufolge vor, mit der ursprünglichen Vergabe des Projektes an den Konkurrenz-Konzern Hochtief den Baubeginn schuldhaft verzögert zu haben. „Das weisen wir entschieden zurück“, sagte Werner.

Ein Gericht hatte die Vergabe an Hochtief wegen Gesetzesverstößen im Vergabeverfahren gestoppt. Die Ungereimtheiten bei der Vergabe beschäftigen auch einen Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtages.

Der Baubeginn verzögert sich laut Werner weiter, weil noch Klagen eines Privatmannes und eines Umweltverbandes gegen den Planfeststellungsbeschluss anhängig sind. Man habe ursprünglich eine Entscheidung des Oberlandesgerichts in Lüneburg im Dezember oder Anfang Januar erwartet.

Der Tiefwasserhafen, an dem die Bundesländer Niedersachsen und Bremen beteiligt sind, soll bis zum Jahr 2010 fertig sein und insgesamt fast eine Milliarde Euro kosten. Ob dieser Termin allerdings zu halten ist, gilt als fraglich. Der Jadeweserport soll von riesigen Containerschiffen mit einem Tiefgang von bis zu 16,50 Metern angelaufen werden können. Rund 1000 neue Jobs sollen langfristig allein im Hafen entstehen. Für den Nordwesten Niedersachsens bedeutet der Hafen damit nach zahlreichen Standortschließungen der Bundeswehr eine Hoffnung.

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