Nachwahl
Dresdner NPD schickt Schönhuber ins Rennen

Die NPD in Dresden hat nach dem Tod ihrer Direktkandidatin Kerstin Lorenz den Republikaner-Gründer Franz Schönhuber aus dem Hut gezaubert. Auch der Termin für die Nachwahl steht. Rechtsexperten und Politiker streiten indes darüber, ob das vorläufige Wahlergebnis der Restrepublik zunächst geheim gehalten werden muss. Bundeswahlleiter Johann Hahlen hat sich diesbezüglich schon festgelegt.

HB DRESDEN/WIESBADEN. Hahlen wird am Abend des 18. September auf jeden Fall ein Endergebnis nennen, das aber wegen der Nachwahl in Dresden "in besonderer Weise" vorläufig ist. Eine wie auch immer geartete Geheimhaltung der Ergebnisse aus den 298 nicht betroffenen Wahlkreisen bis zum Abschluss der Nachwahl würde dem Bundestagswahlrecht widersprechen, erklärte Hahlen am Freitag in Wiesbaden. Er halte es für unwahrscheinlich, dass die Nachwahl Zusammentritt und Beschlussfähigkeit des Bundestages beeinträchtigt.

Derweil beschloss der NPD-Kreisvorstand am Freitag die Aufstellung Schönhubers. Am Mittwoch solle er offiziell nominiert werden, teilte ein Sprecher mit. Er ersetzt damit die bisherige NPD-Direktkandidatin Kerstin Lorenz, die am Montag an einem Hirnschlag gestorben war. Daraufhin setzte die sächsische Landeswahlleiterin Irene Schneider-Böttcher die Bundestagswahl in dem Wahlkreis aus und ordnete eine Nachwahl an.

Der 82 Jahre alte Schönhuber hatte 1983 zusammen mit zwei aus der CSU ausgetretenen Bundestagsabgeordneten die "Republikaner" gegründet und war zwei Jahre später zum Bundesvorsitzenden der rechtsgerichteten Partei aufgestiegen. In den achtziger Jahren erzielte die Partei Wahlerfolge in mehreren Bundesländern und bei der Europawahl. Diese Erfolge konnten die Republikaner jedoch nicht wiederholen, was zu innerparteilichen Differenzen und schließlich zur Absetzung Schönhubers führte. 1995 trat er aus der Partei aus und ist seitdem parteilos. 1998 kandidierte er für die rechtsextremistische DVU erfolglos für den Bundestag.

Die Nachwahlen im Wahlkreis Dresden I sind indes für den 2. Oktober angesetzt worden. Das teilte Landeswahlleiterin Irene Schneider-Böttcher am Freitag in Kamenz (Sachsen) mit. Nach den gesetzlichen Vorschriften muss eine solche Abstimmung spätestens sechs Wochen nach dem Tag der Bundestagswahl zustande kommen. Alle bisher in dem betroffenen Wahlkreis abgegebenen Stimmen sind ungültig. Bei der Bundestagswahl 2002 hatten sich SPD und CDU dort wie in ganz Sachsen ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.

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