Nachwahl
Gefälschte Wahlabsagen verwirren Dresdner

Unruhe in Dresden: Wenige Tage vor der Nachwahl haben in der Stadt Unbekannte gefälschte Schreiben des Kreiswahlleiters verteilt. Darin heißt es, dass der Urnengang am 2. Oktober im Wahlkreis 160 abgesagt worden sei.

HB DRESDEN. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wurden die amtlich wirkenden Schreiben in Teilen des Wahlkreises in die Briefkästen geworfen. Der Kreiswahlleiter Detlef Sittel erklärte, bei den angeblichen Informationsschreiben handele es sich um eine Fälschung.

Im Bundestagswahlkreis Dresden I sind rund 219 000 Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Nachwahl ist wegen des Todes der NPD-Direktkandidatin Kerstin Lorenz nötig geworden. Die Rechtsextremisten haben als Nachfolger den Gründer der Republikaner, Franz Schönhuber, aufgestellt.

Noch vor der Nachwahl treffen sich Union und SPd am morgigen Mittwoch zu einer zweiten Sondierungsrunde. Dabei ist die "K-Frage" weiterhin ungeklärt. Beide Parteien bekräftigten erneut ihren jeweiligen Führungsanspruch in einer großen Koalition bekräftigt. CDU-Chefin Angela Merkel machte es zur Bedingung für Koalitionsverhandlungen, dass die SPD nachgibt und sie als Kandidatin für das Kanzleramt anerkennt. Die Sozialdemokraten wünschen hingegen "Gespräche auf gleicher Augenhöhe" mit dem "Ziel", mit weiter mit Bundeskanzler Gerhard Schröder zu regieren.

Auch Bundespräsident Horst Köhler schaltete sich am Montag in die Diskussion ein. Er äußerte Verständnis für die Probleme bei der Regierungsbildung. "Ich glaube, dass man von den Parteien nicht erwarten kann, dass sie binnen einer Woche einen so komplizierten Wahlausgang lösen."

CSU-Landesgruppenchef Michael Glos sagte am Dienstag, er hoffe, dass bei der Sondierungsrunde am Mittwoch ein Verhandlungskatalog verabschiedet und Arbeitsaufträge vergeben würden. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, der wie Glos zu den Unterhändlern gehört, forderte von beiden Seiten besondere Anstrengungen, um die Verhandlungen erfolgreich abzuschließen. Wie Glos warnte der SPD-Politiker davor, die Gespräche nicht durch Festlegungen im Vorfeld zu belasten.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber forderte einen Abschluss der Koalitionsverhandlungen noch im Oktober und deutete seinen Wechsel in das Bundeskabinett an. Mit dem saarländischen Landesvorsitzenden Heiko Maas schloss erstmals auch ein führender SPD-Politiker nicht aus, dass seine Partei auch unter einer Bundeskanzlerin Angela Merkel eine große Koalition eingehen könnte: "Ich kann und will mir das eigentlich nicht vorstellen. Das muss jetzt aber ganz einfach auch verhandelt werden."

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