Nächste Wahlpleite in Dresden
Für die CDU ist in Großstädten nichts mehr zu holen

Peinlich für die CDU: Bei der Bürgermeisterwahl in Dresden landen die Christdemokraten nur auf dem dritten Platz. Nun spricht die SPD ihr die Großstadt-Kompetenz ab – und entfacht eine lange schwellende Debatte neu.
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DresdenDie CDU-Schlappe bei der Oberbürgermeisterwahl in Dresden befeuert die Debatte über das Auftreten der Partei in Großstädten.Der CDU-Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg sagte am Montag im Deutschlandradio Kultur, seiner Partei gelinge es nicht, mit Kandidaten und Programmen in Großstädten zu überzeugen. Auch Sachsens CDU-Fraktionchef Frank Kupfer räumte Probleme ein.

Weinberg sagte, die Union wisse nicht, ob sie in großen Städten eine moderne und liberale Stadtpartei sein oder das Konservative und Bürgerliche stärker betonen solle, um die Stammwählerschaft zu mobilisieren. Es gebe in Großstädten eine Unsicherheit in seiner Partei über das „richtige Auftreten“. Er glaube weiterhin daran, dass die Union in Großstädten noch punkten könne. Die Partei müsse aber einen Spagat hinbekommen zwischen konservativen Werten und modernen Politikfeldern wie Umweltschutz und Kinderbetreuung, sagte der CDU-Politiker.

„Offensichtlich ist es mit der Großstadt-Kompetenz der CDU nicht weit her“, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi am Montag in Berlin. Der ehemalige Hamburger CDU-Landeschef und Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg sagte im Deutschlandradio Kultur, die Union wisse nicht, ob sie eine moderne und liberale Stadtpartei sein solle. Es gebe auch eine Strömung, die das Konservative und Bürgerliche stärker betonen wolle.

Bei der Wahl am Sonntag war der CDU-Kandidat, Sachsens Innenminister Markus Ulbig, nur auf 15,4 Prozent gekommen. Damit droht der Partei der Verlust ihres letzten OB-Postens in einer deutschen Großstadt mit mehr als 500 000 Einwohnern. Mit Ausnahme von Stuttgart (Fritz Kuhn/Grüne) werden derzeit die zehn größten deutschen Städte von Sozialdemokraten regiert. Dresden ist die elftgrößte Stadt.

Die Entscheidung wird ein zweiter Wahlgang am 5. Juli bringen. Die CDU strebt dafür ein Bündnis mit dem FDP-Politiker Dirk Hilbert an, der es als unabhängiger Kandidat mit 31,7 Prozent auf den zweiten Platz schaffte. Die rot-rot-grüne Kandidatin Eva-Maria Stange (SPD), Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, bekam genau 36 Prozent.

Die Kandidatin der islamkritischen Pegida, Tatjana Festerling, erreichte gut 21.000 Stimmen (9,6 Prozent). Sachsens Linke-Chef Rico Gebhardt sprach am Montag von einer bedenklichen Entwicklung. Die Wahl war notwendig geworden, weil die bisherige CDU-Amtsinhaberin Helma Orosz im Februar krankheitsbedingt zurückgetreten war. Bei den gleichzeitig stattfindenden Landratswahlen brachte die CDU in allen zehn Landkreisen ihre Kandidaten im ersten Wahlgang durch.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nächste Wahlpleite in Dresden: Für die CDU ist in Großstädten nichts mehr zu holen"

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  • Das muss doch der ach so modernen CDU endlich mal zu denken geben! Der Linksrutsch kommt beim Wähler nicht gut an. Das Anbiedern am vermeintlichen (linken) Mainstream kommt nicht gut an. Denn es ist unglaubwürdig und warum sollte man die CDU wählen wenn man das Original wählen kann. Die CDU verliert aber immer mehr von ihrer Stammklientel und damit auch Stadt an Stadt. Auf Bundesebene lebt man nur noch von "Mutti" Merkel. Wenn sie irgendwann abtritt wird es gewaltig nach unten gehen! Aber diese Partei hat es auch nicht besser verdient.

  • "In den Städten werden Grüne SPD und Linke aus der Vielzahl der Migranten gespeist."
    In Dresden? eine Vielzahl von Migranten?Das ist neu! Das Gegenteil ist der Fall!

    Die CDU hat einfach abgewirtschaftet. Die Einkommen sinken, Abgaben steigen, Renten sinken und die Perspektiven sind mies. Keine guten Aussichten für eine Partei, die dies zu verantworten hat.

  • In den Städten werden Grüne SPD und Linke aus der Vielzahl der Migranten gespeist. Die Union die ebenfalls da mitmachen möchte , wird aber nicht geglaubt und so verliert sie immer mehr Konservative, Wähler und wird vor 2017 weit abstürzen auch wenn sie das noch nicht sehen will.

    Über 52 % Konservatives Wählerpotenzial in Deutschland wird kaum noch Beachtung geschenkt.
    Das wird sich rächen. Vor 2017 wird es noch Parteigründungen geben , die wenn diese dann nicht so ungeschickt wie die AFD agieren wohl grossen Zulauf bekommen.

    Das Städte unter Rot/Grün immer Kriminelle Schwerpunkte bilden , ist bekannt. Morde ,Messestecherein,Totschlag und alles andere an Verbrechen wachsen enorm.

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