Nächster Krisen-Gipfel
Mittagessen mit Merkel

Euro-Bonds, die Rolle der EZB, Änderungen am EU-Vertrag: Zu besprechen haben Europas Spitzenpolitiker derzeit wahrlich genug. Am Mittag geht es beim Dreiergipfel zwischen Deutschland, Frankreich und Italien weiter.
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StraßburgUnter dem steigenden Druck der Märkte beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der neue italienische Regierungschef Mario Monti am heutigen Donnerstag in Straßburg über die Schuldenkrise. Dabei muss Monti seine beiden Kollegen vom Sparkurs seines hoch verschuldeten Landes überzeugen.

Bei einem gemeinsamen Mittagessen soll auch über die Möglichkeit von EU-Vertragsänderungen gesprochen werden, um Defizitsünder im Euro-Raum besser überwachen zu können. Frankreich drängt zudem auf ein stärkeres Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB), Deutschland lehnt dies strikt ab.

Der Streit über eine stärkere Rolle für die Europäische Zentralbank und die Einführung gemeinsamer Anleihen, so genannter Euro-Bonds, hat zu einer erheblichen Verunsicherung an den Märkten geführt, mit bedrohlich steigenden Anleihen-Zinsen für immer mehr Euro-Länder. Selbst Frankreichs Präsident Sarkozy muss im aufziehenden Präsidentschaftswahlkampf um die höchste Kreditwürdigkeit seines Landes bangen.

Die Bundesregierung sträubt sich aber bislang gegen umfassendere Rettungsmaßnahmen und will zunächst eine Richtungsentscheidung, damit die EU durch Vertragsänderungen mit einem Durchgriffsrecht in die Haushalte von drohenden Pleite-Staaten ausgestattet wird. Gleichwohl liege das Thema Euro-Bonds bei dem gemeinsamen Mittagessen in Straßburg auf dem Tisch, hieß es in Berlin.

Die Märkte hoffen auf ein starkes politisches Signal, wie sich die Euro-Zone aus der Schuldenfalle befreien will.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nächster Krisen-Gipfel: Mittagessen mit Merkel"

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  • @ Zahlmeister,
    Wenn Europa als Bundesstaat wirklich nicht funktioniert, dann werden wir die EU wieder auflösen müssen.
    Aber erst wenn wir tatsächlich gescheitert sind.
    Das ist bei weitem nicht der Fall. Im Moment können wir trotz Globalisierung, gerade durch die EU, noch mithalten.
    Dazu wären die éuropäische Einzelstaaten nicht in der Lage.
    Wem sollte die Verschwörungstheorie, die hier von verschieden verbreitet wird, nützen?
    In dem Zwist zwischen den Euroländer geht es nur darum wie man die Gewinne verteilt. Dass es für allen die EU vom Vorteil ist ist unbestritten, nur für die eine mehr, für die andere weniger. Es müssen aber tatsächlich alle Vor- und Nachteile auf die Waage gestellt werden.

  • @ Machiavelli
    Von "starke Wirtschaftskonvergenz" träumen die Vereinigten Staaten heute noch. Im Ernstfall ist das "Epizentrum" in Brüssel und breitet seine "Wohltaten" über die gesamte Eurozone aus. Erwarten Sie von Bürokraten Innovationen? Ich nicht! Den erfolgreichen Staaten wir Sand ins Getriebe geschüttet, damit es woanders nicht so staubt.

    http://www.bps-niedenstein.de/

  • @Anonymer Benutzer: Machiavelli

    "Wir" wollen ein gerechtes Europa!?

    Nein danke ich kann für mich selbst sprechen -Ich möchte dieses Europa NICHT mehr.

    Eine normale Freihandelszone wie früher reicht mir voll und ganz -Diese war ohnehin friedlicher.

    Außerdem, Europa und gerecht. Das ist wie die Utopie vom sparsamen Griechenland!
    Wir sehen doch seit Jahren was dabei rauskommt wenn Brüsseler Kommissionen nach Gutsherren Art entscheiden was Gerecht ist und was nicht. Ich sage es ist niemals gerecht das nebulöse Kommissionen sich anmaßen ihre Art der Gerechtigkeit in Form von Gleichmacherei ganzen Staaten aufzudrücken. Ein zentrales Europa wird nie gerecht sein, ein zentrales Europa wird lediglich ein immer sozialistischer werden. Dieses europäische Modell ist einfach nicht demokratisch und dieser Mangel ist auch nicht mehr wegzuschustern.

    Dieses Europa steht seit seiner Einführung für diese Gleichmacherei und Gleichmacherei ist nur in den Augen von Sozialisten gerecht!

    Daher widerstrebt mir auch das Deutschland z.Z. ständig dafür kritisiert wird das es sich erlaubt (auch zu recht) mahnend den Finger gegenüber den Pleitestaaten zu heben.
    Solange diese (fälschlicherweise) von uns weiter alimentiert werden WOLLEN ist es im Umkehrschluss auch völlig legitim zur Sparsamkeit aufzufordern. Mir würde meine Bank auch auf die Finger hauen wenn ich meine finanziellen Angelegenheiten nicht wirtschaftlich regeln würde.

    Dabei spielt es auch (noch) keine Rolle ob Deutschland beinahe selbst pleite ist oder nicht.
    Diese Argument ist ein Frechheit denn man scheint zu vergessen das es nicht Deutschland ist das seine Nachbarn anbettelt, sondern diese Deutschland! Schuldner und Gläubiger, da ist (zu recht) der feine Unterschied!

    Nur wer die Musik bezahlt sollte sie auch bestimmen dürfen ganz wie im wahren Leben! Wer kein Geld muss ja keine Musik bestellen!

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