Nahost-Konflikt
Mit mulmigen Gefühl im Flugzeug nach Tel Aviv

Es herrscht Krieg dort, wo das Flugzeug landen wird. Auch der Flughafen in Tel Aviv soll nicht vollkommen sicher sein vor Raketen der Hamas. Dennoch starten am Samstag wieder Maschinen von Deutschland Richtung Israel.
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Frankfurt/MainIn ausgelassener Urlaubsstimmung sind die Passagiere von Flug LH 686 am frühen Morgen in Frankfurt nicht gerade. Mit gemischten Gefühlen steigen sie in den ersten Flieger, der nach mehrtägiger Pause wegen Raketengefahr vom Frankfurter Flughafen wieder in Richtung Tel Aviv abhebt – trotz der anhaltenden blutigen Unruhen im Nahen Osten. Es ist nicht die einzige Maschine. Auch in München startete eine Lufthansa-Maschine zum Flughafen Ben Gurion, von Düsseldorf aus war ein Air-Berlin-Flug geplant.

Die Gefühle am Lufthansa-Schalter in Terminal 1 und am Gate sind gemischt. Ein israelischer Vater sagt, es fühle sich ein bisschen unangenehm an, in den Flieger zurück in die Heimat zu steigen. Er war mit seinem Sohn im Urlaub, Nun sei er auf der „etwas heiklen“ Rückreise. Große Hoffnung auf bessere Zeiten in Nahost hat er nicht: Mit den derzeitigen politischen Führern in Israel und Gaza sehe er in naher Zukunft kein Ende des Konflikts.

Ein anderer Mann fliegt mit seiner israelischen Großfamilie zurück in seine Heimatstadt. Er fühlt sich sicher. Angst vor dem Rückflug habe er nicht, sagt er gelassen, während seine Familie ihm gespannt zuhört. Es fehle in Israel und Gaza auf beiden Seiten ein grundlegendes Verständnis füreinander: „Sie verstehen uns nicht, genauso wenig, wie wir sie verstehen“, sagt er mit Blick auf Palästinenser und Israelis.

Auch eine französische Ordensschwester nimmt den ersten Flug von Frankfurt aus nach Tel Aviv. Nach dem mehrtägigen Flugstopp reiht sie sich in die Schlange vor den Sicherheitskontrollen ein. Auch sie fühle sich sicher, große Bedenken habe sie nicht, sagt sie. Wegen des Flugstopps der deutschen Luftfahrtunternehmen musste die Frau drei Tage warten. Nun sei sie auf dem Weg zu einer Ordensschwester nach Jerusalem.

Während sich die Ordensschwester und der Familienvater gelassen geben, kritisiert die Pilotenvereinigung Cockpit die Lufthansa scharf für die Wiederaufnahme der Flüge. „Wir können die Entscheidung aus sicherheitstechnischer Sicht nicht nachvollziehen. Unseren Erkenntnissen nach hat sich in den letzten Tagen absolut nichts an der Bedrohungslage geändert“, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg Handelsblatt Online. Der Grund: Nach Angaben der israelischen Armee fängt das Abwehrsystem „Eisenkuppel“ 10 Prozent der von den Palästinensern abgefeuerten Raketen nicht ab.

Dennoch: Laut Lufthansa ist die erste Maschine aus Frankfurt, eine A320, mit 200 Passagieren voll besetzt. Sie hebt nur leicht verspätet ab. Richtig nach Plan will die Lufthansa aber erst im Laufe der kommenden Tage wieder nach Tel Aviv fliegen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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