Nahost-Reise
Jung auf schwieriger Mission

Ungeachtet der angespannten Lage ist Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung am Donnerstagabend im Libanon eingetroffen, der ersten Station seiner mehrtägigen Nahost-Reise. Hierzulande schwindet derweil die Unterstützung für die etlichen Auslandseinsätze der Bundeswehr.

HB BEIRUT/GAZA. Am Freitag will Jung mit dem libanesischen Premierminister Fuad Siniora und Verteidigungsminister Elias Murr zusammenkommen. Am Nachmittag fliegt er nach Tel Aviv weiter und trifft dort seinen israelischen Amtskollegen Amir Peretz. In den Gesprächen dürften auch die in Deutschland geäußerten Zweifel an dem Uno-Einsatz eine Rolle spielen. Dabei geht es um die Zwischenfälle mit der israelischen Luftwaffe sowie die Kontroll- Einschränkung des internationalen Marineverbandes unter deutscher Führung vor der libanesischen Küste. Die deutsche Marine führt einen Uno-Verband, der den Waffenschmuggel an die radikal-islamische Hisbollah unterbinden soll.

Am Samstag will Jung deutsche Soldaten des Uno-Einsatzes UNIFIL besuchen. Der Marine-Verband mit insgesamt 20 Schiffen von sieben Nationen soll Waffenlieferungen an die radikal-islamische Hisbollah im Libanon verhindern. Deutschland stellt acht Schiffe mit bis zu 2400 Soldaten und hat die Führung übernommen.

Spannungen zwischen Libanon und Israel

Das Weiße Haus in Washington warnte unterdessen vor angeblichen Umsturzplänen der radikal-islamischen Hisbollah, Syriens und Irans im Libanon. Auch die Spannungen zwischen Israel und Libanon nahmen wieder zu. Zwei Tage vor Jungs Abreise war von Scheinangriffen der israelischen Luftwaffe auf die libanesische Stadt Nabatijeh berichtet worden.

Ein Beamter des syrischen Innenministeriums widersprach dem Vorwurf, einen Umsturz im Libanon zu planen. Der libanesische Innenminister, Ahmed Fatat, geht davon aus, dass „Terrorgruppen“ das Land destabilisieren wollen. Auch die von den Vereinten Nationen geplante Einrichtung eines Sondertribunals zur Untersuchung des Attentats auf den libanesischen Ex-Regierungschef, Rafik Hariri, könnte nach Ansicht Fatats ein Grund für die Spannungen in seinem Land sein.

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