Nahrungsmittel

Deutschland will chinesische Produkte besser kontrollieren

Bei Lebensmitteln aus China schlagen Inspekteure am häufigsten Alarm. Die Importe steigen rasant. Auch kommen immer mehr Bioprodukte aus dem Reich der Mitte. Können die Kontrollen noch Schritt halten?
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Was aus China nach Deutschland kommt, soll besser kontrolliert werden. Quelle: Reuters
Qualitätskontrolle

Was aus China nach Deutschland kommt, soll besser kontrolliert werden.

(Foto: Reuters)

PekingAngesichts steigender Importe von Nahrungsmitteln und Bioprodukten aus China müssen die EU-Kontrollen nach Ansicht von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) verbessert werden. „Bei der Dynamik des Marktes kommen wir an einen Punkt, wo die bisherigen Kontrollen nicht mehr ausreichen“, sagte der Minister am Dienstag bei einem Besuch in Peking vor Journalisten. Auch die Umsätze und die Zahl neuer Produkte aus ökologischem Anbau aus China entwickelten sich so schnell, dass die Europäische Union ihre Kontrollen „auf eine bessere Grundlage stellen muss“, sagte Schmidt.

Der CSU-Politiker ergänzte, Deutschland wolle China bei der Entwicklung von Standards und der Zertifizierung unterstützen, die künftig gefordert werden. „Europa wird an dem Punkt anspruchsvoller werden.“ Importe aus China werden schon heute im europäischen Schnellwarnsystems für gefährliche Lebens- und Futtermittel (RASFF) am häufigsten beanstandet. Auch im Reich der Mitte selbst gibt es nach mehreren Skandalen eine breite Debatte über mangelnde Nahrungsmittelsicherheit.

Das sind die gefährlichsten Produkte in Europa
Der Bericht
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Kindersandalen mit gefährlichen Kleinteilen, Modeschmuck mit Schwermetallen: 2014 mussten in Europa 2435 Produkte vom Markt genommen werden. Sie waren für die Verbraucher zu gefährlich. Das teilte am Montag die EU-Komission mit, hier die Zentrale in Brüssel. Die meisten Warnmeldungen (64 Prozent) betrafen Produkte aus China, in rund zwölf Prozent der Fälle ging es um deutsche Artikel. Die jeweiligen Behörden machen die anderen EU-Staaten über das System Rapex auf die Gefahren aufmerksam.

Platz 1 - Spielzeug
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Vor allem bei Spielzeugen musste die EU-Kommission eingreifen: 28 Prozent der auffälligen Produkte waren Kinderspielzeuge. Darin wurden beispielsweise schädliche Weichmacher gefunden.

Platz 2 - Bekleidung
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Bekleidung, Textilien und Modeartikel stehen auf Platz zwei der Gefahrenliste. 23 Prozent der gefährlichen Produkte stammten aus dieser Kategorie. Hier sahen die Tester beispielsweise Erstickungsgefahr und Verunreinigungen mit Chemikalien.

Platz 3 - Elektronik
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Sie gehören zu unserem Alltag als fester Begleiter dazu: Elektrische Geräte und deren Zubehör, etwa die Ladegeräte von Smartphones. Aber sie sind nicht ungefährlich: So manches Gerät kann Verletzungen hervorrufen, etwa durch Stromschläge. Jedes zehnte monierte Produkt in der EU war ein Elektronikprodukt.

Platz 4 - Autos und Motoren
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Ein Risiko geht auch von Autos und deren Motoren aus. Acht Prozent der riskanten Produkte stammen aus dieser Kategorie.

Platz 5 - Baby- und Kinderpflege
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Ein Risiko für die Kleinen: Auch einige Produkte aus der Kategorie Baby- und Kinderpflege – dazu zählen auch Kinderwagen – sind von der Europäischen Kommissionen als gefährlich eingestuft worden. Drei Prozent der beanstandeten Produkte verortet die Behörde in diesem Bereich.

Platz 6 - Licht-Zubehör
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Auch Lampen und Zubehör können ein Risiko darstellen – etwa wenn Verbraucher einen Stromschlag bekommen. Drei Prozent der beanstandeten Produkte stammen aus dieser Kategorie. Die betroffenen Artikel wurden von der Kommission vom Markt genommen.


Der Minister eröffnete in Peking ein deutsch-chinesisches Agrarzentrum und will die Zusammenarbeit „auf neue Füße stellen“. Das Potenzial sei „riesig“. Es war der erste Besuch eines deutschen Landwirtschaftsministers in China seit 2006. Schmidt traf unter anderen Vizepremier Wang Yang und seinen Amtskollegen Han Changfu.

In seinen Gesprächen äußerte Schmidt auch Sorgen über einen mangelnden Marktzugang für deutsche Exporteure. Er habe einzelne Fälle angesprochen, sagte der Minister. „Der Marktzugang ist in letzter Zeit eher schwieriger geworden.“ Es gebe offenbar Probleme bei der Umsetzung der Vorgaben aus Peking auf regionaler Ebene, „so dass da und dort an Protektionismus gedacht wird“.

China exportierte nach chinesischen Zollangaben 2014 für rund 1,95 Milliarden US-Dollar landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Deutschland, während deutsche Produkte in Höhe von 1,238 Milliarden US-Dollar nach China exportiert wurden.


  • dpa
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1 Kommentare zu "Nahrungsmittel: Deutschland will chinesische Produkte besser kontrollieren"

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  • Ich erinnere mich da an einen Fernsehbericht - er fing mit tausenden von im Fluss schwimmenden Schweinekadavern an. Dann wurde das Thema Gift in der Milch thematisiert, das dazu führte, dass Auslandschinesen in unseren Supermärkten, Trockenmilchprodukte für Kleinkinder leerkauften und per Post nach China schicken. Dann wurden sogenannte BIO Bauernhöfe in China gezeigt. Mehrere solcher BioBauern gaben zu, dass sämtliche Biozertifikate für ein paar Dollar zu haben sind. MAHLZEIT!!! Ich wähle im Zweifel konventionelle dt. Lebensmittel. Und ich bin stink sauer, dass immer öfters nur EU draufsteht. Von Hengstenberg weiß ich seit Jahren, dass man weit nach Osten gegangen ist um die Rohware zu beschaffen. Tschernobyl lässt grüßen und die Fildern werden links liegen gelassen. Am besten man kauft mit Freunden direkt im Großmarkt ein. Da sieht man noch an der Orginalverpackten Ware woher sie kommt. Oder man aktiviert seinen Garten...Back to the roots mit eigenem Geflügel.

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