Nahverkehr
Höhere Preise bei Bussen und Bahnen angekündigt

Millionen Berufspendler müssen sich im Nahverkehr auf höhere Preise in Bussen und Bahnen einstellen. Zwar konnten die Länder fast in letzter Minute bei Finanzminister Peer Steinbrück durchsetzen, dass die Mittel nicht ganz so stark zusammengestrichen werden wie geplant. Zwischen 2006 und 2009 hat das Sparpaket aber immer noch ein Volumen von 1,8 Milliarden Euro.

HB /ap FRANKFURT. Der Schienennahverkehr in Deutschland gilt als Erfolgsgeschichte: Seit der Bahnprivatisierung 1993 wurden etliche neue Züge gekauft, in Trassen investiert, das Angebot ausgeweitet und so viele Menschen zum Umstieg auf die Bahn bewegt. Kommunen, Gewerkschaften und Fahrgastverbände sehen diese Entwicklung jetzt in Gefahr. Denn mit dem Beschluss des Bundesrates vom Freitag werden Bundeszuschüsse für den Regionalverkehr drastisch gekürzt - wenn auch weniger stark als geplant. Fahrgäste müssen sich deshalb auf weniger Verbindungen und höhere Preise einstellen.

Viele Fahrgäste werden dies im Alltag spüren. „Die Kürzungen werden dramatische Auswirkungen auf den Nahverkehr haben“, sagt etwa Hans Oehl, Sprecher des nordrhein-westfälischen Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), in dessen Bereich mehr als sieben Millionen Menschen leben. Jede fünfte Regionalbahn sei in Gefahr. „Viele Pendler dürften gezwungen sein, mit dem Auto in die Ballungsräume zu fahren. Für viele Ruhrgebietsstraßen würde das den Verkehrskollaps bedeuten“, befürchtet Oehl. Über den Preis allein könne man das fehlende Geld nicht wieder reinholen.

Das wird zumindest die Münchner Verkehrsgesellschaft versuchen. In der bayerischen Millionenstadt steigen die Fahrgastzahlen, so dass man keine Verbindungen streichen kann. „Das schlägt dann auf die Fahrpreise durch. Wenn der Staat nicht mehr bezuschusst, muss es der Kunde selbst zahlen“, sagt Geschäftsführer Herbert König. In Nürnberg wird es Einschnitte bei neuen Fahrzeugen geben. Ob die Preise erhöht werden müssen, ist aber dem Verkehrsverbund zufolge fraglich.

Im Großraum Frankfurt will der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die Fahrpreise erhöhen und gleichzeitig Zugverbindungen streichen. Im Gespräch sind 550 Verbindungen am Tag oder drei Prozent des gesamten Angebotes. „Man muss gucken, wo man sinnvoll kürzen kann“, sagt RMV-Sprecherin Petra Eckweiler. Wegfallen sollen demnach Verbindungen mit wenig Nachfrage und am Tagesrand.

Seite 1:

Höhere Preise bei Bussen und Bahnen angekündigt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%