Nebeneinkünfte-Diskussion
„Politiker sollen so viel verdienen dürfen wie sie wollen“

Die SPD ist in der Wähler-Gunst gestiegen – trotz der Debatte um Peer Steinbrücks Nebeneinkünfte. Stehen die Wähler dem Thema also eher gleichgültig gegenüber? Keineswegs, ergab unsere Umfrage bei Facebook und Twitter.
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DüsseldorfDie SPD ist in einer Forsa-Umfrage auf den höchsten Stand seit sechs Jahren geklettert. Die Partei verbesserte sich seit der Nominierung Steinbrücks als Kanzlerkandidat um einen Prozentpunkt, wie es in dem „Wahltrend“ von RTL und „Stern“ heißt. Sie erreicht in dieser Befragung damit den höchsten Wert seit November 2006. Peer Steinbrück bekommt viel Zustimmung – und das trotz der Debatte um seine Nebeneinkünfte.

Wie stehen die Facebook-Fans und Twitter-Follower von Handelsblatt Online zu dem Thema? Wir haben nachgefragt, wie viel deutsche Politiker über ihren Abgeordnetenjob hinaus verdienen dürfen – und haben interessante Antworten bekommen.

Da bei vielen Abgeordneten der Verdienst aus Nebentätigkeiten die Diäten deutlich übersteigt, frage ich mich schon, wie man da noch von Nebenverdienst reden kann“, schreibt zum Beispiel Facebook-Nutzer Frank Kopperschläger. Ihn beschäftigt zudem die Frage, „wie das mit den Nebenverdiensten eigentlich funktioniert.“ Schließlich höre er von allen ihm bekannten Politikern, dass bereits ihre reguläre Abgeordnetentätigkeit einen regelmäßigen Arbeitstag von zwölf und mehr Stunden verlange. „Wie bleibt da noch Zeit für zusätzliche Nebentätigkeiten? Oder vernachlässigen die besonders fleißigen ‚Nebentuer‘ gar ihren Hauptberuf?“ wundert sich Kopperschläger.

Ludwig Schmidlehner ist der Meinung, die deutschen Volksvertreter „sollten kein Nebeneinkommen und keine Nebenbeschäftigung haben, weil das von der tatsächlichen Aufgabe – die Bürger zu vertreten – ablenkt.“ Zusatzeinkommen entständen in den meisten Fällen „durch Begünstigungen durch die Lobby“, was sich wiederum negativ auf die Neutralität der Volksvertreter auswirke.

Norbert Tessmers Beitrag auf der Handelsblatt-Facebook-Fanpage geht in dieselbe Richtung: „Es ist doch wohl eher die Frage, wer der Geldgeber ist“, schreibt er. Gründercoaches Deutschland setzt indes einen Kontrapunkt: „Politiker sollen so viel verdienen dürfen wie sie wollen“, lautet das klare Statement. Auch Philipp C. Munzinger „will keine Politiker, die am Mandat kleben, weil sie sonst verhungern müssten“. Ihm seien Mandatsträger lieber, „die von ihren Abgeordnetenbezügen unabhängig sind“.

Marcio Da Silva Lima bezieht ebenfalls klar Stellung: Wer keine korrupten Politiker wolle, müsse ihnen transparente Nebeneinkünfte zugestehen, schreibt der Facebook-Nutzer.

Bei Twitter wurde die Frage nach den Nebeneinkünften von Politikern ebenfalls diskutiert. Auf die Frage von @handelsblatt „Wieviel sollten unsere Politiker über ihren Abgeordnetenjob hinaus verdienen dürfen? Was meinen Sie?“ antwortete @parabenstv schlicht: „Am besten wären nullkommanichts!“ Dasselbe denken auch @mikehorn1973 („Während ihrer Abgeordnetenzeit keinen einzigen Cent!“) und @vertigonix (0,0 Euro!“)

@FreakyBytes sieht die Sache gelassener: Die Höhe der Nebeneinkünfte sei ist eigentlich egal, solange immer noch unvoreingenommen Politik gemacht werden könne, findet der Twitterer.

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit auf Facebook oder bei Twitter! Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!

Tina Halberschmidt, Social-Media-Redakteurin
Tina Halberschmidt
Handelsblatt / Teamleiterin und Redakteurin Social Media

Kommentare zu " Nebeneinkünfte-Diskussion: „Politiker sollen so viel verdienen dürfen wie sie wollen“"

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  • Leider sind die meisten "Volksvertreter" wenig kompetent und mit Fachkenntnis eher dünn ausgestattet. Deren Funktion auf Landes-/Bundesebene ist sowieso grundsätzlich infrage zu stellen.
    Was die Nebeneinkünfte betrifft, schließe ich mich vielen Vorrednern an – ein No Go! Als gewählte Volksvertreter sollten sie sich (in einer der wichtigsten Funktion in unserer Demokratie) mit Leidenschaft und Engagement ihrer Berufung hingeben. Und das kann man nur Fulltime! Die Gehälter werden für Fulltime bezahlt, dann soll bitte auch für Fulltime geliefert werden. Dann würde auch nicht so viel Murks dabei rumkommen.

  • Jeder Politiker sollte soviel verdienen können - wie er kann - aber ohne seine Pflicht gegenüber dem Volk zu vernachlässigen!

    Wie sieht es mit Ihnen aus, Herr Steinbrück?

    Über 80 Vorträge für außer-parlamentarische Adressaten für über 700.000,00 Euro Zusatzverdienst, aber nur 4 Reden im Parlament für ?00.000,00 Euro Diäten.

    Sind Sie somit ein Politiker im "Nebenerwerbs-Betrieb"?

  • Volle Offenlegung, natürlich, aber nicht nur bei der SPD !
    Alle Abgeordneten sollten ihre Einnahmen aus Nebentätigkeiten
    zeigen. Und nicht nur Herr Steinbrück, der die TOP - Liste der
    deutschen Bundestagsverwaltung bei den Nebeneinkünften vor
    zehn Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP anführt .

    Zudem muß endlich die von der Koalition aus Union und FDP
    bislang blockierte Forderung nach mehr Transparenz bei den
    Nebeneinkünften zur gesetzlichen Pflicht/Regelung werden.

    Und auch das von den Vereinten Nationen längst verabschiedete,
    aber von Deutschland noch nicht ratifizierte Antikorruptions-
    abkommen, sollte endlich umgesetzt werden. Über 160 Staaten
    dieser Welt haben es bereits getan. Warum zögern hier CDU/CSU
    und FDP ? Jürgen Kalähne, Bgm a. D.

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