Nebeneinkünfte

Nahles nimmt Steinbrück in Schutz

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gegen Kritik an dessen Nebeneinkünften in Schutz genommen. Gleichzeitig fordert sie von FDP-Politikern mehr Transparenz bei Nebeneinkünften.
12 Kommentare
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles Quelle: dapd

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles

(Foto: dapd)

BerlinSteinbrück lege seine "Nebentätigkeiten jetzt weit mehr offen, als es die geltenden Regeln des deutschen Bundestages verlangen", sagte Nahles der "Bild am Sonntag". Daran müssten sich nun Steinbrücks Kritiker ein Vorbild nehmen. Nahles forderte namentlich FDP-Generalsekretär Patrick Döring auf, seine Nebenverdienste ebenso offenzulegen. Dörings Kritik an Steinbrück bezeichnete sie als "verlogen".

Steinbrück hatte in der Debatte um seine Nebeneinkünfte als bezahlter Redner angekündigt, den Ort und das Thema jedes einzelnen Vortrages bekannt zu geben - und eine Durchschnittssumme seiner Honorare zu veröffentlichen. Dies geht über die geltenden Regelungen des Bundestags für Nebeneinkommen von Abgeordneten hinaus.

Startseite

12 Kommentare zu "Nebeneinkünfte: Nahles nimmt Steinbrück in Schutz"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn Steinbrück sich über zuviel Transparenz wehrt und
    diese Transparenz nur in Diktaturen sieht, dann sollte er
    öfter mal seine Diäten absitzen. Denn das was der Bürger
    an Transparenz leisten muss was im Bundestag ja beschlossen,
    wird, ist vielleicht für Steinbrück überraschend. Ein
    Sozie als Kanzlerkandidat der 600 000 Tausend Euro und mehr verdient, der kann kaum noch diesen Staat dienen.

  • Es handelt sich hier nicht um "Futterneid" sondern der angefütterte Steinbrück bewegt sich auf einem Gelände, das man durchaus als Vorfeld von korruptivem Verhalten vermuten kann. Die fürstliche Belohnung von "Vorträgen" von Seiten zumindest teiweise unbekannten Auftraggebern, kann zu der Vermutung Anlass geben, diese Auftraggeber hätten nicht unerheblich von Entscheidungen des mit beträchtlichen Geldmitteln Bedachten profitiert oder gedenken erneut zu profitieren, wenn der Vortragende in eine Position kommt, wo er wieder politisch verantwortlich zeichnet.

    Herr Steinbrück hätte klug gehandelt, wenn er im Vorfeld seiner Kandidatur erst gar nicht diesen Verdacht hätte aufkommen lassen und auf "Vorträge" weitesgehend verzichtet hätte.
    Diese Klugheit hat Herr Steinbrück nicht besessen.
    Es mangelt ihm also an politischem Instinkt, die ein Spitzenpolitiker eigentlich haben solle.
    Schnell verdientes Geld als Möglichkeit kann eben den Verstand vernebeln, auch den von Herrn Steinbrück, dem "Vortrags-Peer"

  • UNGLAUBLICH!!!! Da spricht dieser Ex-Finanzminister von Transparenz und möchte gerne mit "Durchschnittshonoraren" operieren. Für wie blöde hält dieser "Volksvertreter" sein Stimmvieh eigentlich???

    Man sollte ihm die Kavallerie der Finanzamtsopfer auf den Hals hetzen damit er die Transparenz kennenlern die "Vater" Staat seinen Bürgern abverlangt.

    Volksvertreter haben kein Nebeneinkommen zu haben!!! Entweder ich bin privilegierter Politiker und lasse mich vom Volk alimentieren oder ich versuche es mal mit Arbeit auf dem "freien Markt" ohne PR-Bonus aus dem Staatsamt.

    Einfach nur noch zum Fremdschämen diese Politiker ALLER Parteien!

  • Ist schon komisch, dass die bisher bekannten gut honorierten Reden/Vortraege/Interviews alle einen gemeinsamen Hintergrund haben: die Auftraggeber haben wirtschaftliche Vorteile von Vortrags-Peer erhalten (lukrative Auftraege, Banken+Versicherungen: Milliarden-Vorteile durch Banken-Rettung IKB, HRE). Natuerlich alles auf Kosten der Steuerzahler. Da koennte man fast vermuten, dass die Staatskasse belastet wurde und Vortrags-Peer spaeter seinen Anteil bekommen hat - in scheinbar legaler Form, natuerlich. "Nach seinem Ausscheiden aus dem Ministerium trat Steinbrück sowohl bei Freshfields Bruckhaus Deringer als auch bei mehreren beteiligten Finanzinstituten wie der Deutschen Bank und der Landesbank Hessen-Thüringen als Redner auf" http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spiegel-steinbrueck-pflegte-naehe-zu-bankenlobbyisten-a-859871.html Interessant waere auch, welche Auftraege (Volumen?) Bilfinger von Peer bekommen hat (spaeter: 10-Antworten-Interview fuer 20.000 EUR)... Es bleibt spannend.

  • "Steinbrück lege seine "Nebentätigkeiten jetzt weit mehr offen, als es die geltenden Regeln des deutschen Bundestages verlangen", sagte Nahles der "Bild am Sonntag". Daran müssten sich nun Steinbrücks Kritiker ein Vorbild nehmen. "

    Wer sagt denn, das die "Regeln" des deutschen Bundestages dem deutschen Bürger genügen? Die deutsche Regierung weigert sich seit Jahren das Antikorruptionsabkommen zu ratifizieren, mit den aberwitzigstens Begründungen. Wir haben keine Verfassung, wir haben kein gültiges Wahlrecht, wir sind kein souveräner Staat.... aber bei diesen Punkten passiert NICHTS!!!!

  • Peer Steinbrück ist ein "angefütterter" Kandidat. Diejenigen, die ihm den Futtersack umgehängt haben, aus dem er sich reichlich bedient hat, müssen benannt werden, ebenso wie die genauen Summen, die als Vortragsentgeld geflossen sind. Der Sattel in dem Herr Steinbrück als Kandidat sitzt, ist ein schwankender und die Riemen schlecht festgezurrt, wenn sie nicht bereits vollens morsch und unbrauchbar sind.
    Absolute Transparenz und nicht eine "relative" wie es sich die SPD-Strategen, mehr schlau als wirklich klug, ausgedacht haben, sollte mit Nachdruck eingefordert werden.

  • Steinbrück handelt nach dem Motto "Frechheit siegt." Die Regeln des Bundestages sind an sich schon ein Skandal. Bei normalen Unternehmen, Selbständigen und Steuerbürgern legt das Finanzamt andere Kriterien an. Da werden schnell mal Scheingeschäfte unterstellt oder Umsätze geschätzt. Erzählen Sie mal dem Finanzamt oder Betriebsprüfer "Och, ich kann keine Einzelangaben machen, ich gebe Ihnen einen Durchschnittswert. Selten so gelacht. Wo liegt der Unterschied zwischen den Gefälligkeitsunterkünften von Wulff und den Gefälligkeitsreden von Steinbrück? Der Kavallerieoffizier und Poltergeist Steinbrück gibt ein erbärmliches Schauspiel ab. Wir brauchen kein Griechenland als schlechtes Beispiel. Der Sumpf liegt vor unserer Haustür.

  • Erfreulich, dass Nahles Steinbrück gegen Kritik an dessen Nebeneinkünften in Schutz genommen hat. Denn die vielen gleichermaßén dumm wie futterneidigen Deutschen sind auf der Suche nach einem neuen Opfer. Da kommt Steinbrück mit seiner Kandidatur gerade gelegen. Sind da bestimmt auch in den eigenen Reihen auch Mißgünstige, die die ALG II-Regelung noch nicht verkraftet haben.
    Die anderen Parteien sehen so nahe vor den Wahlen keinen Grund, Ehrenretter zu spielen. Steinkühler sollte sich auf dieses Spielchen nicht einlassen. Er hat nichts zu verbergen. Als Politiker mit Format hat er keinen Grund, seine Einkünfte weitgehender als seine Kollegen offen zu legen. Das könnte als Zeichen von fehlender Souveränität ausgelegt werden.

  • "Ort und Thema" sind nur wirklich keine Transparenz. Nicht annähernd. Auftraggeber und Angabe der genauen Summen, nicht "über Euro 7.000,-" oder dergleichen Ungenauigkeiten ist absolut angemessen. Ross und Reiter müssen benannt werden und das sollte gerade Herr Steinbrück als Liebhaber der Kavallerie verstehen und zur Kenntnis nehmen.
    Sonst lassen die "jüdischen Vermächtnisse" unseeligen Angedenkens grüßen. Vortrags-Peer muss für vollige Transparenz sorgen,oder sein Kandidatenstatus wird in einen schwankenden Zustand geraten.

  • für wie blöde wird man gehalten?

    Erst macht der Steinbrück Zirkus weil er nichts im Detail offen legen will; jetzt auf einmal 180 Grad Wendung.
    Genauso wird es mit seinen " Wahlversprechen" sein frei nach dem Motto " was interessiert mich mein Geschwätz von gestern".

    Da hat man wohl die Sensibilität der Aktion falsch eingeschätzt.

    Und die Nahles...ist allein schon ein Grund diesen Verein nichtmal anzugucken.


    Und prinzipiell, meine Damen und Herren Abgeordneten: solange man Abgeordneter ist, gehört es sich überhaupt keine Nebeneinkünfte dieser Art zu haben.

    Aber ich gehe davon aus das Sie Alle diese Einnahmen natürlich zum Wohle des Deutschen Volkes, z.b. für soziale Zwecke, spenden werden.

    Denn wenn Sie nur ein normaler Müllmann sind ( der nicht dümmer als Sie selbst sein muss ) würden Sie wahrscheinlich kein Interviewhonorar erzielen.

    In diesem Sinne einen schönen Sonntagsgruß an die verlogenste und machtgeilste Partei die es überhaupt gibt.

    Und immer wieder frage ich mich: warum muss man eigentlich Parteimitglied in einer Demokratie sein, um Kanzlerkandidat zu werden?

    Vielleicht können die "Führer" das einmal on Detail erläutern.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%